Gone Girl
©Twentieth Century Fox
Fakten

Gone Girl

Erscheinungsjahr 2014
149 Minuten
FSK 16
Regie: David Fincher
Besetzung: Ben Affleck, Rosamund Pike, Neil Patrick Harris, etc.

Zwar hat der Film schon ein paar wenige Jahre auf dem Buckel, dennoch finden wir, dass dieser ein Review verdient hat.
Das US-amerikanische Krimidrama von David Fincher basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn.
Diese hat sich nicht nur die sehr abgefahrene Story ausgedacht, sondern auch hierzu das Drehbuch geschrieben.
Verfilmt wurde Gone Girl dann mit Ben Affleck und Rosamund Pike in den Hauptrollen als verheiratetes Paar Nick und Amy.
Ursprünglich lernen sich die Journalisten bzw. Autoren kennen und lieben in New York, müssen aber aufgrund von Jobverlusten und Schicksalsschlägen in eine Kleinstadt in Missouri ziehen.

Am 5.Hochzeitstag nimmt die Geschichte dann ihren Lauf und Amy verschwindet spurlos.
Als ihr Ehemann Nick eines Morgens nach Hause kommt findet er lediglich ein wenig verwüstetes Wohnzimmer vor und ruft nichts ahnend die Polizei.
Ganz zum Unmut von Nick geht diese nach kurzer Begutachtung davon aus, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handeln könnte, in welchem der Ehemann eventuell eine tragende Rolle spielt.
Was danach passiert, und wie die Geschichte sich entwickelt wollen wir hier nicht thematisieren und erzählen, da der Film sehr davon lebt, nicht gespoilert zu werden.
Aber eins kann man mit Gewissheit sagen, die Entwicklungen sind alles andere als vorhersehbar.

Obwohl unsere Meinung zu Ben Affleck eher gemischte Gefühle hervorruft und er in der Liste unserer Lieblingsschauspieler wenn überhaupt nur ganz weit unten aufzufinden ist, müssen wir uns doch eingestehen, dass er die Portraitierung von Nick Dunnes mehr als nur gelungen dargestellt hat.
Wir hätten uns keine bessere Inszenierung vorstellen und wünschen können.
Die Gleichgültigkeit entgegen seiner Ehe ist zwar nicht sehr subtil, aber wer kann denn schon ahnen, dass genau das ihm zum Verhängnis werden könnte.
Obwohl er an manchen Stellen schon fast wie ein nichtsahnender Trottel rüberkommt, so kommt seine Intelligenz wieder an anderen Stellen zum Vorschein.
Und genau diese Widersprüchlichkeit innerhalb der Person hat Ben Affleck mit Glanzleistungen dargestellt und erfolgreich dem Zuschauer rübergebracht.

Doch mal ganz davon abgesehen, was Ben Affleck diesem Film beisteuert, muss man sich doch eingestehen, dass der Fokus auf den Charakter der ‚Amazing Amy‘ liegt, gespielt von Rosamund Pike.
Von der kühnen New Yorker Autorin mit den verschiedensten Auszeichnungen von Elite Unis, bis hin zum größten Psychopathen, den man je gesehen hat und wieder zurück zur einsamen gekränkten Hausfrau.
All dies und noch viel mehr konnte Rosamund Pike in nur einem Film präsentieren und vor allem dabei überzeugend wirken.
Das Maß der moralischen Verwüstung, die sie und ihr Charakter an den Tag legen, könnten noch abgrundtiefer nicht sein.
Sie zeigt doch mit abartiger Manipulation und Rachegelüsten, dass die Tiefen eines menschlichen Charakters oft jahrelang unbemerkt bleiben, und diese vielleicht nie zu Tage kommen.
Der Charakter und der Film spielt mit einer Urangst des menschlichen Daseins, welche daher rührt, die Gedanken und Motivationen eines anderen und vielleicht des eigenen Partners nie gänzlich sehen geschweige denn verstehen zu können.
So schafft es David Fincher mit Gone Girl, die Beklommenheit, die man als Zuschauer verspürt zu untermalen, zu nähren und fast bis ins Unausstehliche zu drängen.
Was mir besonders gut im Gedächtnis blieb ist vor allem die Anfangsszene, die einen schon darauf hinweißt, dass man sich auf nicht ganz leichte Kost eingelassen hat.
So sieht man hier die Verschlafenheit und Ruhe eines Vorortes, der friedlicher nicht sein könnte.
Aber das gepaart mit einer musikalischen Untermalung, die wir so nur aus den größten Horror und Thriller Filmen kennen, kurz bevor etwas ganz schreckliches geschieht.
Aber mit genau diesem Zwiespalt weiß David Fincher erfolgreich zu spielen, nicht nur in Hinblick auf Bild und Ton, sondern vor allem innerhalb der Charaktere und ihren Geschichten, die ein ständiges Auf und Ab und Hin und Her aufweisen.

Fazit

Alles in allem verstehen wir nur zu gut das IMDB Rating von 8.1 für Gone Girl und können uns hier nur anschließen.
Wer den Film noch nicht gesehen hat, der sollte dies schleunigst tun (auf Amazon Prime erhältlich).
Und wer ihn schon gesehen hat, der mag vielleicht nochmal abtauchen in die Abgründe der menschlichen Moral und in die Kluft, die eine zerrüttete Ehe hinterlassen kann.

JK 16.04.2018

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