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©Netflix
Fakten:

Maniac Kritik

Besetzung: Emma Stone, Jonah Hill, Justin Theroux, Sally Field, Julia Garner
Genre: Mystery, Comedy
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: ca. 30-45 Minuten pro Folge
Episoden: 10 Episoden
Network: Netflix

Maniac ist die neueste Netflix Miniserie unter der Regie von Cary Fukunaga. Dieser konnte schon mit einigen Projekten seine Talente für die Filmkunst unter Beweis stellen. Doch ist die Netflix Serie eine künstlichere Reise in den Verstand der Menschen oder nur Irrsinn ohne Substanz?

Maniac Handlung

Wir treffen zu Beginn auf Annie und Owen. Diese haben den Anschein nach so überhaupt nichts gemeinsam, außer dass sie in der gleichen Stadt wohnen und bei der gleichen pharmazeutischen Studie teilnehmen. Auch bei näherem Betrachten könnten die Unterschiede kaum größer sein. Owen entstammt einer reichen Familie, deren Einfluss er sich entziehen will (und es oft nicht schafft), und deswegen sein Leben in einem Mikro Appartement und mit einem erfolglosen Job versucht zu meistern. Außerdem lebt er seit Jahren mit der Diagnose Schizophrenie, aus deren Stigma er sich nicht zu befreien vermag. Als er dann von der Studie erfährt, die scheinbar alle Probleme des menschlichen Verstandes zu lösen scheint, beschließt er teilzunehmen.

Annie wiederum ist süchtig nach einem Medikament, das ihr hilft sich ihrem trostlosen und kaputten Leben zu entziehen. Als ihre Droge eines Tages zu neige geht und sie erfährt, dass diese bei dem Experiment ausgegeben wird, versucht sie mit allen Mitteln einen Platz zu ergattern, obwohl ihre Intention nicht der Genesung gilt. So finden sie sich beide am Ende als Probanden in einem 3 Phasen System wieder. In Phase 1 erleben sie ihr tiefstes Trauma und ergo die möglichen Ursachen für ihre Diagnosen. In Phase 2 werden die bislang im Unterbewusstsein schlummernden Probleme („blinde Flecken“) erkannt und erlebt. Und in Phase 3 stellen sie sich ihren Dämonen. Was im Detail während dieser Phasen passiert und wie die Geschichten unserer zwei Protagonisten endet, möchte ich an dieser Stelle lieber nicht verraten.

Maniac Kritik

Cary Fukunaga schickt uns in der Netflix Serie Maniac auf eine Reise, die ungewisser zu Beginn nicht sein könnte. Mit der Ergründung zweier Seelen, ihren Ängsten und Traumata, schafft er es eine breite Palette des menschlichen Daseins abzubilden. Dabei folgen wir nicht ziellos einer einzigen Geschichte, sondern erleben viele einzelne, die stimmig und kunstvoll inszeniert sind. Trotz des anfänglich befremdlichen Setting, das mal altbacken und mal visionär erscheint, wird die Serie nach und nach vertrauter. Das liegt mitunter daran, dass sie auf stilvolle Art und Weise den Verstand und vor allem Emotionen abbildet, die allzu vertraut erscheinen. Hinzu kommen Stilmittel, die die einzelnen Geschichten und Themen abbilden, als würde man sie nicht nur fiktiv sondern gar träumerisch erleben.

Ein weiterer positiver Aspekt der Serie war nicht nur der unterschwellige Charme und Witz, der die manchmal sehr drückende Stimmung auflockerte. Es waren vor allem die Überraschungseffekte, die man spielerisch und erfinderisch einsetzte. So war vor allem das Ende bzw. Phase 3 nicht das, was man zu Beginn von unseren Protagonisten erwartet hatte. Man findet sich mit Maniac auf einem Weg wieder, der eigentlich das Selbst der Protagonisten und somit die Lösungen zu allen großen Fragen finden sollte. Doch stattdessen bildet die Serie auf metaphorisch poetische Art und Weise das ab, was den meisten vielleicht gar nicht bewusst werden mag. Die eigenen Dämonen zu besiegen und zu bewältigen heißt sich seinem Selbst zu stellen. Dieses lauert einem ständig und unaufhaltsam auf. Man blendet es aus und läuft davor weg, weil das oft die bequemere Art zu leben ist.

Ein weiterer Pluspunkt war für mich die schauspielerische Leistung. Obwohl wir anhand immer größeren und teureren Produktionen mittlerweile von der Qualität einer Serie verwöhnt werden, konnten Emma Stone und Jonah Hill durchweg überzeugen. Besonders gelungen fand ich hier die Interpretation von Jonah Hill, der seinem Charakter eine derartige Tiefe verlieh, wie wir sie selten in filmerischen Produktionen zu Gesicht bekommen. Das Leid, die Substanz und die Gutmütigkeit an der Grenze zur Naivität waren so gut dargestellt, dass ich mich teilweise fragen musste, warum Jonah Hill nicht bereits in früheren Filmen solche Rollen bekam. Ich hätte mir an dieser Stelle keinen besseren und facettenreicheren Schauspieler vorstellen können.

Zu der technischen Qualität konnte ich ebenfalls keine groben Mängel erkennen. Die Serie schaffte es auf Anhieb, verschiedene Genres miteinander zu verknüpfen und diese auf spielerische und authentische Art und Weise zu überliefern. Ob die Vorstadt Idylle, die eines Tages ausufert, ein Science-Fiction angehauchtes Setting, Fantasy oder Mafiosi. Jegliches Genre wurde überzeugend dargestellt. Auch trotz oder gerade wegen den Überzeichnungen passten diese zu der Serie wie die Emotion zum menschlichen Dasein.

Zwar bin ich äußerst kritisch, was die thematische und technische Behandlung von künstlicher Intelligenz in Filmen und Serien angeht, dennoch wurde auch dies zufriedenstellend gemeistert. Nicht, weil man versuchte überaus korrekt zu sein oder Ansätze zu liefern die schlüssig und theoretisch einleuchten. Sondern weil man gar nicht erst versucht hier eine Wahrheit zu schaffen oder eine Theorie zu erklären. Maniac entflieht einer Beschreibung von künstlicher Intelligenz. Die Netflix Serie lebt und spielt mit der Tatsache, dass künstliche Intelligenz hier was ganz anderes bedeutet und ist. Ähnlich wie das fiktive Setting wirkt sie erst maßlos befremdlich und wird dann immer vertrauter und nachvollziehbarer.

Maniac Fazit

Alles in allem konnte ich Maniac viel abgewinnen und wurde weder thematisch, noch schauspielerisch, noch stilistisch enttäuscht. Ich halte sie für eine gelungene, kunstvoll dargestellte Reise in das Innere des Verstandes. Die Macher haben mit der Serie etwas sehr wertvolles geschaffen. Sie hinterlassen bei mir  das Gefühl, als hätten sie sich mit dem Thema Emotion sehr poetisch und detailliert auseinandergesetzt. Maniac ist eine träumerische Hommage an das, was uns menschlich macht und daher verdiente 4 von 5 Sterne bekommt.

 

Bild: ©Netflix

Überblick der Rezensionen
Maniac
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Juliane Klein
Direkt in die Popkultur hinein geboren, merkte Juliane bereits in ihren Kinderschuhen, dass Filme und Serien ein großes Hobby werden. Doch auch die Liebe zu Videospielen und Gaming wurde bereits in ihren Kindheit entfacht. Nach jahrelangem Konsum von verschiedensten verfilmten, animierten, geschriebenen und virtuellen Welten, möchte Juliane nun diese Leidenschaft an das World Wide Web weitergeben. Ihr Aufgabengebiet umfasst bei CitizenZ vor allem Filme und Games. Wer sich also schon immer gefragt hat, wer diese unzähligen Rom-Coms bei Netflix anschauen muss: das ist ihre Aufgabe. Dabei würde sie eigentlich am liebsten ein Fantasy Epos rezensieren und danach auf der PlayStation 4 ihren Emotionen freien Lauf lassen. By the way ist sie auch eine der Gründer von CitizenZ!

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