©Netflix Alte Zöpfe Kritik Nappily Ever After Netflix Film Alte Zöpfe Review
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Fakten

Alte Zöpfe Kritik (orig. Nappily Ever After)

Besetzung: Sanaa Lathan, Ernie Hudson, Lyriq Bent, Lynn Whitfield, Ricky Wittle, Camille Guaty
Regisseur: Haifaa al-Mansour
Genre: Drama, Comedy, Romance
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: 98 Minuten

Seit vergangener Woche ist der Film Alte Zöpfe mit dem Original Titel „Nappily Ever After“ nun auf Netflix zum Streamen verfügbar. Damit kommt ein neuer „Feel-Good-Movie“ in das Repertoire des Streaming Giganten. In unserer Alte Zöpfe Kritik erfahrt ihr, ob ihr weiterhin auf die Netflix Eigenproduktionen bauen könnt und ob das Dramedy um Violet Jones den Zuschauer fesseln kann.

Alte Zöpfe Handlung

Wir treffen in Alte Zöpfe auf Violet Jones. Sie ist erfolgreich, wunderschön, hat einen erfolgreichen Freund und führt augenscheinlich das perfekte Leben. Aber das ist bekanntlich Ansichtssache. Aber um ihr perfektes Leben, was gefährlicherweise mit ihrem perfekten Aussehen gekoppelt ist, aufrecht zu halten, beginnt ihre Morgenroutine weitaus früher als gedacht. Ein großer Fokus liegt hierbei auf ihren Haaren, die werden nämlich täglich von ihrer Mutter geglättet und frisiert. An ihrem großen Geburtstag macht sie sich besonders schick, und fällt aus allen Wolken als ihr Freund ihr keinen Heiratsantrag macht. Ein tiefer Knacks für ihr perfektes Leben, was danach vollkommen aus den Fugen gerät.

Gekrönt wird diese Tatsache auch noch durch einen Unfall mit ihren Haaren, die für sie ein Symbol ihres makellosen Äußeren und perfekten Leben darstellt. Somit nehmen die Dinge ihren Lauf und Violet muss lernen, dass sich nicht alles um ihr Äußeres dreht. Vor allem muss sie erkennen, dass ein glückliches Leben auch andere Ursachen hat als erfolgreich, schön und fehlerfrei zu sein. Den weiteren Plot wollen wir an dieser Stelle nicht ausführen und raten euch, den Film selbst auf Netflix anzuschauen.

Alte Zöpfe Kritik

Wie bereits beschrieben dreht sich viel in Alte Zöpfe um die Haare und das Aussehen einer erfolgreichen und glücklichen Frau. Doch stützt man sich als Mensch auf oberflächliche Faktoren, um sein Glück zu bemessen, so muss man früher oder später unweigerlich feststellen, dass diese Art von Glückseligkeit vergänglich ist. In der heutigen Zeit von „Body-Shaming“ Debatten erachte ich den Netflix Film mit dem Original Titel „Nappily Ever After“ als kritische Auseinandersetzung, die durchaus zum Umdenken einlädt. Als Frau weiß ich erfahrungsgemäß selbst, wie symbolträchtig das Äußere und die Veränderung dessen in gewissen Lebenslagen sein kann. Denn mal so unter uns, wer hatte nicht schon mal aufgrund einer Phase, Einstellung oder aus Individualitätsgründen sein Äußeres und/oder die Haare verändert.

Netflix greift dieses Thema auf und verpackt es in eine charmante Geschichte rund um das Drama um Violets Leben. Dabei wird einem unweigerlich bewusst, wie oberflächlich doch die Gesellschaft und somit auch das eigene Denken immer noch sein kann. Trotz unserer aufgeklärten, individualistischen und freien Lebenseinstellung, die wir oft vertreten, zeigt uns die Protagonistin wie festgefahren doch manche Ansichten in Bezug auf das Äußere noch sind. Um hier ein Umdenken anzuregen, muss man stets mit dem eigenen Spiegelbild beginnen. Wir müssen uns selbst fragen, worauf wir unser Glück stützen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Alte Zöpfe behandelt ist das Thema Perfektion. In dem Netflix Film bekommen wir viele verschiedene Perspektiven und Faktoren zu der Diskussion präsentiert. Wir sehen die perfekte Mutter und den perfekten Freund, für die es mal mehr und mal weniger viel Arbeit und Hingabe bedeutet das gewünschte Ziel zu erreichen. Wir haben aber auch ein kleines Mädchen dargestellt bekommen, dessen liebevoll inszenierte „Scheiß-Drauf-Haltung“ definitiv mehr Lebensfreude verspricht. Zum Schluss sehen wir unsere Protagonistin Violet, die erst sehr spät erkennt, dass Perfektion nicht immer wünschenswert ist, sondern dass es die Makel sind, die uns zu dem machen was wir sind.

Alles in allem strotzt der Netflix Filme Alte Zöpfe nur so mit Tipps zu einem besseren, friedlicheren und glücklicheren Leben. Man könnte fast meinen, die Macher hätten ein erfolgreiches Selbsthilfebuch zu einem interessanten Film umstrukturiert. Dies ist alles andere als abschätzend zu bewerten. Ganz im Gegenteil ist die Qualität des Films durchweg hoch. Die Inszenierung der Handlung ist als ausreichend fesselnd und die schauspielerische Leistung als sehr gut zu erachten. Die einzigen Mängel, die die Netflix Produktion in meinen Augen aufzeigt, ist eine eher weniger fesselnde Storyline. An manchen Stellen hätte ich mir schon mehr Struktur und eine packendere Inszenierung gewünscht. So war der Film trotz der positiven Auseinandersetzung leider etwas zu berechnend, um als besonders wertvoll zu gelten.

Fazit Alte Zöpfe Kritik

Trotz filmerischen Kritikpunkten sollte man nicht außer Acht lassen, dass der Film in einigen Punkten vieles richtig macht. Dies gilt vor allem für die kritische Auseinandersetzung mit den zentralen Themen von Perfektion, Glück und Oberflächlichkeit. Auch die veralteten Bilder von Mann und Frau und deren Lebensgestaltung werden kritisch abgehandelt und inszeniert. Doch ein Film muss beides, er muss Diskussionen anregen und den Zuschauer unterhalten. Mit Alte Zöpfe bzw. „Napilly Ever After“ hatte Netflix sein Angebot an Originals Produktionen um einen weiteren „Feel Good Movie“ erweitert. Die Produktion war definitiv nicht die spannendste und fesselndste in der Filmlandschaft. Dafür war sie aber ein harmonischer Wink mit dem Zaunpfahl, dass Glück darin wurzelt sich so zu akzeptieren wie man ist.
Ich vergebe daher 3,5 von 5 Sterne.

 

Bild: ©Netflix

 

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Überblick der Rezensionen
Alte Zöpfe
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Juliane Klein
Direkt in die Popkultur hinein geboren, merkte Juliane bereits in ihren Kinderschuhen, dass Filme und Serien ein großes Hobby werden. Doch auch die Liebe zu Videospielen und Gaming wurde bereits in ihren Kindheit entfacht. Nach jahrelangem Konsum von verschiedensten verfilmten, animierten, geschriebenen und virtuellen Welten, möchte Juliane nun diese Leidenschaft an das World Wide Web weitergeben. Ihr Aufgabengebiet umfasst bei CitizenZ vor allem Filme und Games. Wer sich also schon immer gefragt hat, wer diese unzähligen Rom-Coms bei Netflix anschauen muss: das ist ihre Aufgabe. Dabei würde sie eigentlich am liebsten ein Fantasy Epos rezensieren und danach auf der PlayStation 4 ihren Emotionen freien Lauf lassen. By the way ist sie auch eine der Gründer von CitizenZ!

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