©Netflix Wolfsnächte Kritik Wolfsnächte Review Hold the Dark Review
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Fakten:

Wolfsnächte Kritik

Besetzung: Jeffrey Wright, Alexander Skarsgård, James Badge Dale, Riley Keough, Julian Black Antelope, Tantoo Cardinal
Regisseur: Jeremy Saulnier
Genre: Thriller, Drama, Krimi, Action
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: 125 Minuten

Seit dem 28. September diesen Jahres ist Wolfsnächte (engl. Hold the Dark) nun auf Netflix streambar. Ich habe den Thriller für euch auf Herz und Nieren überprüft und erzähle euch in dieser Kritik, ob sich ein Blick in die Netflix Produktion lohnt.

Wolfsnächte Handlung:

Wir befinden uns in den Tiefen Alaskas. Hier, wo die Sonne für nur 5 Stunden am Tag scheint und der restliche Tag in der Dunkelheit versinkt, treffen wir auf Medora Slone. Sie schreibt in ihrer Verzweiflung und Trauer dem Wolfsexperten und Buchautor Russel Core einen Brief. Darin beschreibt sie, dass ihr Sohn vor einigen Tagen von den Wölfen geholt wurde, und sie ihn daher bitte nach Alaska zu reisen, um den Wolf zu töten, der ihr ihren Jungen nahm. Wie der Zufall es so will, reist Core mit seiner eigenen Agenda im Hinterkopf in die Einöde Alaskas und trifft dort nicht nur auf eine bizarre Frau, deren Verzweiflung und groteske Art relativ schnell zum Vorschein kommt. Aber auch die anderen Einheimischen wirken auf den Fremden wie von einem anderen Stern und bedrohlich.

Als dann noch der Vater des Jungen nach Hause kommt und von dem Tod seines Sohnes erfährt, nimmt das brutale und blutige Unheil seinen Lauf. Weg von der Bedrohung der Wildnis und der Wölfe sehen wir uns ganz anderen Gefahren ausgesetzt. In einer befremdlichen und andersartigen Welt begegnen wir in Wolfsnächte auch spezifischen Gesetzmäßigkeiten, einer anderen Realität gar, die mitunter auch in der Einöde und Dunkelheit des Ortes gründen. Was genau passiert, und wie das Schicksal unseres Protagonisten verlaufen wird, könnt ihr euch seit dem 28. September auf Netflix anschauen.

Wolfsnächte Kritik:

Der Zuschauer wird in Wolfsnächte in ein Setting und eine Storyline geworfen, auf die er nicht gefasst war. Schon von Beginn an merkt man, dass hier Realitäten aufeinander prallen und miteinander im Konflikt stehen. Als wirksames Stilmittel fungiert hier allein schon die verquerten Tageszeiten. Denn in der Wildnis Alaskas geht die Sonne um 10 Uhr erst auf und um 4 Uhr nachmittags herrscht hier schon Dunkelheit. Auch die bittere Kälte und das menschenfeindliche Wetter sind dermaßen authentisch inszeniert, dass man es als Zuschauer schon fast spüren kann.

Ein weiterer Pluspunkt dieser Thematik ist die daraus resultierende Ruhe und Zeitlosigkeit, die damit einhergehen. Trotz der fesselnden und oft auch bis zum Zerreißen gespannte Szenerie wirkt Wolfsnächte als ruhig, bedeutungsschwer und gefährlich. Wir bekommen hier eine etwas andere Art von Thriller präsentiert, die wir sonst nur selten erleben. Zu verdanken ist dies, wie bereits erwähnt, dem Setting und der Atmosphäre, die mit viel Geschick und Kreativität eingesetzt werden. Eine grandiose Inszenierung, die ich persönliche begrüße und gerne öfters sehen würde.

In Bezug auf Themen, die von Ureinwohner, Wildnis, Mord, Moral und bis hin zu Okkultismus reicht, wird in Wolfsnächte einiges angesprochen. Vieles nur um den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken, und vieles um die Beweggründe einzelner Protagonisten zu verdeutlichen und den Charakterzeichnungen Tiefe zu verleihen. So ist jedes Thema gut platziert, besitzt eine gewisse Daseinsberechtigung und wird für die Story ausreichend behandelt. Positiv finde ich hier vor allem das Wechselspiel und der Themen mit den Charakteren und der bedeutungsvollen Atmosphäre. So sind die einzelnen Faktoren in vielen Szenen aufeinander abgestimmt und in anderen wiederum in starkem Kontrast zueinander. Am deutlichsten sieht man dies an den Dorfbewohnern, die ursprünglicher und „wilder“ kaum leben könnten, aber dennoch auch eine Nützlichkeit in manch modernen Artefakten und Gegebenheiten finden.

In Bezug auf schauspielerische Leistung muss ich an dieser Stelle einiges an Lob loswerden. Vor allem Jeffrey Wright, den viele bereits aus „Westworld“ kennen, überwindet hier jegliche Kritik, die man an seinem Talent jemals haben könnte. So verleiht er dem Charakter des Russel Core zu Beginn eine Ruhe und Urgewalt, die im Einklang mit Natur und Wildnis zu sein scheint. Diese anfängliche Introvertiertheit scheint aber zu täuschen, und Wright zeigt viele weitere Facetten, die authentisch und leicht zugänglich zugleich scheinen. Wirkt er doch zu Beginn als der befremdlichste aller Charaktere, wandelt sich dies im Laufe der Geschichte, ohne dass man als Zuschauer einen Einschnitt spürt. Auch die übrigen Schauspieler liefern eine realistische Performance ab und können so dem Netflix Film noch ein wichtiges Qualitätsmerkmal hinzufügen.

Sonstige Kritikpunkte oder gar negative Eigenschaften sind schwer herauszukristallisieren. Manche eher Action-geladenen Szenen sind fast schon als Fremdkörper in der Stimmigkeit und Inszenierung des Films anzusehen. Dennoch geben sie der Handlung bedeutende Wendepunkte und eine gewissen Aggressivität, die zugunsten des Facettenreichtums von Wolfsnächte fungieren. Zwar hatte ich zu Beginn eine andere Wendung und gar andere Handlung erwartet, aber diese Unberechenbarkeit verleiht einem Thriller in meinen Augen erst die richtige Würze. In Bezug auf die Technik ist ebenfalls wenig Kritik anzumerken, Szenerie, Schauspiel und Kamera waren stets harmonisch auf die Handlung abgestimmt und zollten so der packenden Handlung ihren Tribut.

Anzumerken sei hier, dass es sich bei Wolfsnächte um eine Literaturverfilmung handelt. So können Leser des gleichnamigen Romans [Anzeige] wohl einige negative Aspekte des Films herausfiltern, die einem unschuldigen Auge entgehen. Ich hätte mir bei dem Film etwas mehr Auseinandersetzung mit der Wolfs-Thematik gewünscht. Ich gehe davon aus, dass das Thema Natur in dem Roman mehr Geschichte für sich beansprucht. Gerne können mich Leser des Buchs diesbezüglich eines Besseren belehren.
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Fazit Wolfsnächte Kritik:

Mit Wolfsnächte bzw. Hold the Dark produzierte Netflix einen schonungslos ruhigen Thriller mit Starbesetzung. Die fesselnde Handlung schickt uns in die tiefe Dunkelheit Alaskas und zugleich in die Abgründe des menschlichen Daseins. In Bezug auf Atmosphäre und filmerischem Geschick habe ich selten einen so unbarmherzigen Film erlebt.
Ich vergebe daher 4 von 5 Sterne.

 

Bild: ©Netflix 

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Überblick der Rezensionen
Wolfsnächte
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Juliane Klein
Direkt in die Popkultur hinein geboren, merkte Juliane bereits in ihren Kinderschuhen, dass Filme und Serien ein großes Hobby werden. Doch auch die Liebe zu Videospielen und Gaming wurde bereits in ihren Kindheit entfacht. Nach jahrelangem Konsum von verschiedensten verfilmten, animierten, geschriebenen und virtuellen Welten, möchte Juliane nun diese Leidenschaft an das World Wide Web weitergeben. Ihr Aufgabengebiet umfasst bei CitizenZ vor allem Filme und Games. Wer sich also schon immer gefragt hat, wer diese unzähligen Rom-Coms bei Netflix anschauen muss: das ist ihre Aufgabe. Dabei würde sie eigentlich am liebsten ein Fantasy Epos rezensieren und danach auf der PlayStation 4 ihren Emotionen freien Lauf lassen. By the way ist sie auch eine der Gründer von CitizenZ!

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