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© MGM
Fakten:

Operation Finale Kritik

Besetzung: Oscar Isaac, Mélanie Laurent, Ben Kingsley, Nick Kroll, Haley Lu Richardson, Joe Alwyn, Peter Strauss, Michael Aronov
Regisseur: Chris Weitz
Genre: Thriller, Drama,
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: 122 Minuten

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Seit vergangener Woche ist der Historien Thriller Operation Finale nun auf Netflix zum Streamen verfügbar. Ich erzähle euch in dieser Kritik, ob es sich lohnt den Film anzuschauen, und wie viel man sich von der Qualität erhoffen sollte.

Operation Finale Handlung:

In Operation Finale befinden wir uns in einer Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Dennoch gibt es vor allem eine Peron, die bislang ihrer Strafe entrinnen konnte, Adolf Eichmann. Als „Architekt der Endlösung“ beschrieben, war er einer der Hauptverantwortlichen des Holocaust, und für Vertreibung und Deportation der Juden verantwortlich, indem er diese organisierte.
Bereits zu Beginn treffen wir auf Peter Malkin, gespielt von Oscar Isaac, wie er mit einer Truppe Verbündeter auf der Suche nach Eichmann ist. Etwas später erfährt der Zuschauer, dass wir es hier mit dem israelischen Geheimdienst zu tun haben. Der Mossad ist selbstverständlich sehr interessiert an der Festnahme Eichmanns.

So führt eins zum anderen und der Mossad und seine Agenten erfahren, dass sich Adolf Eichmann angeblich in Argentinien mit seiner Frau und seinen Söhnen aufhält. So planen die Agenten eine beispiellose Aktion bzw. Mission, um ihn lebend aus Argentinien zu entführen und ihn in Israel vor Gericht zu stellen. Doch dies ist leichter gesagt als getan, denn in Argentinien hat Eichmann, der nun unter dem Namen Ricardo Klement lebt, viele Freunde und Verbündete. Und auch die argentinische Polizei ist wohl nicht ganz so einfach über’s Ohr zu hauen.
Weitere Details zu der Storyline möchten wir an dieser Stelle nicht verraten.

Operation Finale Kritik:

Operation Finale war und ist ein Film, der erstmal tief in die Magengrube einschlägt. Zu verdanken hat er das vor allem der Behandlung der entsetzlichen Verbrechen des Holocaust. Fokussiert man sich dann noch auf einen Menschen, der einen großen Teil der Verantwortung dafür zu tragen hat und konfrontiert ihn mit einer Person, die nicht nur humanes, sondern auch persönliches Leid davon trug, so ergibt dies ein Drama, das seinesgleichen sucht. Die Macher entschlossen sich allerdings die Themen von Schuld, Verantwortung, Rechenschaft und Gerechtigkeit in einen Thriller zu verpacken. Dieser erscheint an manchen Stellen zu oberflächlich und baut stark auf Action, anstatt auf die offensichtliche Dramatik einzugehen.

Die Behandlung von oben genannter Themen fasste in meinen Augen bei Operation Finale zu kurz. Obwohl sie eine so große und wichtige Rolle hätten einnehmen müssen, wurden sie oftmals nur am Rande von Konversationen erwähnt. Dennoch versuchte man bei der Gegenüberstellung und während der ruhigen Interaktion von Adolf Eichmann und Peter Malkin dieser Aufgabe Herr zu werden. Man sprach hier offen über Abgründe und Konstellationen, die dem Zuschauer einen Einblick in die Hintergründe ermöglichten. Man thematisierte sie kurz aber prägnant in Konversationen und nutzte zum ersten Mal nicht nur Bilder um Tiefe zu verleihen, sondern auch den aktiven Dialog.

Meines Erachtens nach griff dies nicht weit genug und man besinnte sich auch für den Endspurt des Films wieder auf bekannte Action und unkreativen Nervenkitzel um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Trotz starker Oberflächlichkeit konnte die Story unterhalten und schaffte es den Zuschauer zu fesseln. Diese Errungenschaft hatte Operation Finale jedoch nicht seinen Stilmitteln und Ausführungen zu verdanken, sondern eher der schauspielerischen Leistung.

Zu der schauspielerischen Leistung lässt sich nur wenig Kritik äußern. Vor allem Oscar Isaac und Ben Kingsley konnten mit ihren Rollen durchweg überzeugen. Besonders beeindruckend war hierbei Ben Kingsleys Interpretation von Adolf Eichmann. Diese war nicht nur authentisch und ließ die Manipulationsfähigkeiten und die verquerte Ideologie an genau den richtigen Stellen durchblitzen. Betrachtet man historische Aufnahmen Eichmanns, so stellt man unverkennbar fest, dass Ben Kingsley hier weitaus mehr Recherche zu seiner Rolle angestellt hatte als nur ein Drehbuch zu lesen. Kleinigkeiten in den Gesichtszügen, die Art Konversationen zu führen und authentische Gestiken verliehen dem Thriller eine Qualität, die nur ein hoch talentierter Schauspieler erwirtschaften kann.

Erschreckend war vor allem der kurze aber doch prägnante Moment, als Ben Kingsley es schaffte Sympathien zu wecken. Um den Zuschauer jedoch nicht allzu lange dieser Empfindung auszusetzen, wird das relativ schnell wieder aufgelöst. Und schon wenige Minuten später führt Operation Finale dem Zuschauer wieder vor Augen, welch Alptraum von Historie hinter Adolf Eichmann und seinen Verbrechen steckt.

Ein weiterer Punkt, den ich an dieser Stelle ansprechen möchte, ist die fehlende Tiefe des Geschehens, die bei einem historischen Thriller in meinen Augen unangebracht ist. Basiert die Geschichte auf wahren Begebenheiten, so schulden die Macher es den Zuschauern erst recht, die Themen so anzusprechen, dass man ihnen weitaus mehr abgewinnen kann, als mal eben eine Abendunterhaltung. Auch Thriller sollten dem Zuschauer mehr bieten, als oberflächlicher Nervenkitzel.

Fazit der Operation Finale Kritik:

Nichtsdestotrotz war ich von Operation Finale positiv überrascht. Die behandelten Themen haben einen ambivalenten Eindruck hinterlassen. Jedoch hat vor allem die schauspielerische Leistung hier wieder einiges gut machen können. Aber ein guter Film sollte sich auf mehr stützen, als nur auf hervorragende Protagonisten.
Ich vergebe daher 3,5 von 5 Sterne.

 

Bild: © MGM

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