Baby Kritik – Kann die Serie auf Netflix bestehen?

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Baby Kritik

Seit dem 30. November kann man die neueste Netflix Serie aus Italien streamen. Wir erzählen euch in dieser Kritik, ob Baby in der großen Serienlandschaft untergeht oder doch einen Mehrwert generieren kann.

Baby Handlung:

Wir befinden uns in Rom bei den etwas betuchten Teenagern einer Privatschule. Diese werden, wie es die meisten wohl aus ihrer eigenen Jugend noch kennen, mit alltäglichen Problemen konfrontiert. Überwältigende Hormonschlachten im eigenen Körper, Parties, Drogen, Sex, Liebe und Familienprobleme. Bei Baby wird alles abgehandelt, was wohl zum Leben eines oder mehreren Teenagern dazu gehört.

Wir folgen hier hauptsächlich Chiara, eine gute Schülerin mit ein paar engen Freunden, die in der ersten Staffel des öfteren schlechte Entscheidungen trifft. Dadurch wird sie auf eine selbstzerstörerische Bahn gelenkt, die ihr das Leben nicht gerade vereinfacht. Vor allem als andere Menschen merken, wie leicht es doch manchmal ist, junge Teenager für die eigenen Zwecke auszubeuten.

Baby Kritik:

Man merkt wohl schon an der Beschreibung der Handlung, dass es einen konkreten roten Faden so wirklich nicht gibt bei Baby. Die Netflix Serie wirkt auch daher eher weniger wie eine strukturierte Erzählung eines oder mehrerer Hauptereignisse. Wer bei dem Teenie Drama, ähnlich wie bei anderen Werken dieser Zielgruppe, auf einen Aufhänger wartet um die Story in Gang zu bringen, der sucht hier vergeblich. Wir bekommen als Zuschauer einen Einblick ähnlich wie ein kurzer Ausschnitt eines Tagebuchs und verfolgen so verschiedene Handlungsstränge und Ereignisse, die sich nicht gegenseitig die Show stehlen.

Es ist wohl eher Geschmackssache, ob man dies nun positiv oder negativ bewertet. Ich persönlich fand diese Herangehensweise sehr authentisch und weitaus ehrlicher als ich es von solchen Werken gewohnt bin. Egal ob der Tod eines Mitschülers, ein blödes Missgeschick oder eine bestimmte Aufgabe, jede der Teenie Serien oder jeder Teenie Film hatte bislang zu Beginn ein konkretes Ereignis, auf welches aufgebaut wurde.
Bei Baby ist dies jedoch auf den ersten Blick nicht gegeben und kommt dadurch nur schleppend voran. Jedoch ist dieser verzögerte Spannungsaufbau nur bedingt schädlich. Anhand dessen wirkt die Story nicht künstlich auf die Spitze getrieben und kann sich von den Hochglanz Serien gut absetzen.

Die Themen, die Baby bespricht sind wiederum nicht zu stark, aber auch nicht zu wenig in Szene gesetzt. Seien es Drogen, Parties oder die Probleme in der Familie. Dadurch, dass man hier einige Episoden füllen musste, findet jedes dieser Themen seinen Schauplatz. Auch hier setzt die Netflix Serie nicht auf übertriebene Darstellungen, sondern bleibt authentisch im realen Leben. Teenager werden sich mit diesem Werk wohl weitaus besser identifizieren können, als beispielsweise mit Elite aus Spanien.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Parallelen zu der spanischen Produktion, nicht allein deswegen weil wir die reichen Schüler betrachten. Jedoch zeigt Baby ein weitaus ehrlicheres Bild von dem Leben der Teenager. Sie sind ungeschminkt, treffen mitunter wissentlich schlechte Entscheidungen und legen selbstzerstörerisches Verhalten an den Tag. Dabei sehen sie weder aus als wären sie direkt aus einem Vogue Magazin entsprungen, noch wirken ihre Handlungsstränge künstlich oder nicht nachvollziehbar. Wem Elite zu bunt und zu übertrieben war, der könnte mit Baby also durchaus seinen Spaß haben.

Bekanntlich ist nicht alles Gold was glänzt und Baby hat einige Schwächen, die es zu erwähnen gilt. So ist die Handlung zwar weitaus realer und ehrlicher, jedoch muss Baby hier Einbuße in Sachen Spannung davontragen. Auch die Dialoge waren nicht sonderlich gut durchdacht. So wirkt Baby zwar eher auf der visuellen Schiene, aber die Dialoge hätten an der ein oder anderen Stellen durchaus tiefer gehen können. Sie wirken sehr flach, kurz und abgehackt und können nur schwer überzeugen. Trotz diesem Kritikpunkt, gibt das der Serie die Möglichkeit ihre Atmosphäre auf eine andere Art dem Zuschauer zu übermitteln. Vor allem in Sachen Mimik und Gestik waren hier die Schauspieler besonders gefordert. Allen voran unsere Protagonistin Chiara bot hier ein sehr lobenswertes Bild. Ich hätte mir zwar oft eine dialoglastigere Ausführung gewünscht, war jedoch begeistert davon, wie gut manch Schauspieler Themen und Gefühle auch non-verbal rüber brachte.

Auch die filmerische bzw. technische Leistung sollte man hier kurz erwähnen. Zwar können wir in Sachen Qualität keine merklichen Kritikpunkte erwähnen, aber Lob verdient die Serie auf jeden Fall. Der Einsatz des Soundtracks und das oft omnipräsente Kontrastieren von Dunkelheit, Licht, grellen und trüben Farben lassen oft die oberflächlichen Dialoge vergessen. So hatte ich das Gefühl, dass hier das Motto „Bilder sagen mehr als tausend Worte“ sehr oft sehr ernst genommen wurde. Alles in allem war Baby eine erfrischend neue Herangehensweise an das Leben und an die Probleme der Teenager Kultur und weist Alleinstellungsmerkmale auf, die ich bei diesem Genre bislang schmerzlich vermisste. Das ist zwar ein kleiner Lichtblick, dieser kann aber leider nicht gänzlich über die Kritikpunkte hinwegtrösten.

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Fazit der Baby Kritik:

Trotz aller Kritik war ich von Baby doch überrascht. Sie hat mich zwar nicht aus den Socken gehauen, jedoch bringt sie in die bunte Teenie Serien Landschaft etwas ungeschminkte Wahrheit und eine realitätsnahe Darstellung. Ich vergebe daher 3 von 5 Sterne.

Fakten:

Besetzung: Benedetta Porcaroli, Alice Pagani, Riccardo Mandolini, Chabeli Sastre Gonzalez, Brando Pacitto, Lorenzo Zurzolo, etc.
Genre: Drama, Teenie Serie
Produktionsland: Italien
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: ca. 40-50 Minuten pro Folge
Episoden: 6
Network: Netflix


Baby

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Juliane Klein
Juliane Klein
Direkt in die Popkultur hinein geboren, merkte Juliane bereits in ihren Kinderschuhen, dass Filme und Serien ein großes Hobby werden. Doch auch die Liebe zu Videospielen und Gaming wurde bereits in ihren Kindheit entfacht. Nach jahrelangem Konsum von verschiedensten verfilmten, animierten, geschriebenen und virtuellen Welten, möchte Juliane nun diese Leidenschaft an das World Wide Web weitergeben. Ihr Aufgabengebiet umfasst bei CitizenZ vor allem Filme und Games. Wer sich also schon immer gefragt hat, wer diese unzähligen Rom-Coms bei Netflix anschauen muss: das ist ihre Aufgabe. Dabei würde sie eigentlich am liebsten ein Fantasy Epos rezensieren und danach auf der PlayStation 4 ihren Emotionen freien Lauf lassen. By the way ist sie auch eine der Gründer von CitizenZ!

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