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Vergangenen Sonntag startete in den USA die neue SciFi-Serie ‚Nightflyers‘. Diese basiert lose auf den gleichnamigen Erzählungen aus der Feder von ‚Game of Thrones‘ Autor George R.R. Martin.

Der bereits in den 80er Jahren als Film umgesetzte Stoff von George R.R. Martins Science-Fiction Storys Nightflyers schafft es erneut auf den Bildschirm. Dies in Form einer von SyFy umgesetzten Serie, welche in Deutschland in naher Zukunft auf Netflix laufen soll.

Lest in unserer Nightflyers Kritik, ob sich ein Blick lohnt oder ihr die Schotten eures Raumschiffs lieber verschlossen halten solltet.

 

Nightflyers Handlung:

Die Serie startet mit einem Flash Forward, was dem Zuschauer allerings erst später klar wird. Wir sehen Dr. Agatha Matheson, eine (oder vermutlich die letzte) Überlebende eines Ereignisses auf dem Raumschiff ‚Nightflyer‘, die von ihrem Kollegen Rowan mit einer Axt gejagt wird. Gerade so schafft sie es, eine Warnung ins All zu schicken mit dem Inhalt, die ‚Nightflyer‘ weder jemals wieder zu betreten, noch sie zur Erde zurück zu bringen. Da ihre Situation auswegslos scheint nimmt sie sich anschließend selbst das Leben, indem sie sich mit einer Säge den Hals aufschneidet.

Es folgt ein Zeitsprung in die Vergangenheit. Wir sehen die Erde im Jahr 2092 / 2093, welche durch den Einfluss der Menschen ihre Ressourcen erschöpft hat. Ein großer Teil des Planeten ist mittlerweile von Wasser bedeckt und der letzte Ausweg scheint es zu sein ein Raumschiff auszusenden um mit den außerirdischen Lebensformen „Volcryn“ Kontakt aufnehmen. Deren Anwesenheit ist der Menschheit wohl schon eine Zeit bekannt, allerdings haben die Aliens bisher auf keinen einzigen Kommunikationsversuch der Menschen reagiert. Um dies zu ändern wird ein Team an Bord der ‚Nightflyer‘ entsandt, welches unter anderem auch den in Gefangenschaft lebenden Telepathen Thale beinhaltet. Da in der Nähe der Außerirdischen ähnliche Energieströme gemessen wurden wie bei Telepathen, erhofft sich die Mannschaft über Thale eine Verbindung herstellen zu können.

Die Telepathen, in der Serie ‚L-1‘ genannt werden, scheinen allerdings nicht sonderlich gut beim Rest der Menschheit anzukommen. Durch ihre übermenschlichen Kräfte fürchten sich viele Menschen vor ihnen und ihren Fähigkeiten. So auch die Crew der ‚Nightflyer‘, welcher die Anwesenheit des L-1 vorerst verschwiegen bleibt. Als dieser innerhalb des Schiffs transportiert werden muss kommt es zu den ersten Auseinandersetzungen, bei denen Thale auch einen kleinen Teil seiner Kräfte präsentiert.

Unterdessen lernen wir diverse Charaktere kennen wie den Astrophysiker Karl D’Branin, welcher bislang als Hauptcharakter der Serie präsentiert wird. Was dies allerdings in einer auf Geschichten von George R.R. Martin basierenden Serie bedeuten kann, dürfte jedem klar sein. Darüber hinaus machen wir Bekanntschaft mit der genetisch für Weltraumreisen modifizierte Melantha, der Psychologin Dr. Matheson welche Thale betreut (und in der aller ersten Szene die Nachricht ins All geschickt hatte), der Schiffstechnikerin Lommie, welche über einen Neuro-Port mit dem Schiff kommuniziert sowie dem dubiosen Captain des Schiffs Roy Eris, welcher bislang nur in Form eines Hologramms auftritt und seine Crew scheinbar gerne durch überall angebrachte Kameras beobachtet, wie wir es schon von der KI ‚HAL 9000‘ aus ‚2001: A Space Odyssey‘ kennen. Zudem sehen wir den etwas seltsamen aber keineswegs mordlustigen Xenobiologe Rowan, welcher bereits in der Anfangsszene als Mörder zu sehen war. Es bleibt also zu vermuten, welche Handlungen Rowan später zu seinem Amoklauf verleiten, oder ob er nicht gar telepathisch fremdgesteuert wird.

Kurz darauf geschehen auf dem Schiff merkwürdige Dinge. Mehrere Male verhält sich die
‚Nightflyer‘ unerwartet und auch ein Eingreifen von Lommie über ihren Neuro-Port schafft wenig Abhilfe. Bei dem Versuch, sich mit dem Schiff zu verbinden, scheint Lommie plötzlich besessen und schreit ihrer Crew in tiefer Monster-Stimme mehrere Male „GET OUT!“ entgegen. D’Branin wird unterdessen von Halluzinationen seiner toten Tochter geplagt. Und Videobotschaften, welche ihm von seiner Frau von der Erde zugesendet werden, zeigen plötzlich beängstigende Fratzen. Die Crew des Schiffs bringt diese Ereignisse sofort mit Thale in Verbindung, dessen Ansehen auf dem Schiff somit weit unter den Nullpunkt sinkt. Sich seiner Gefahr bewusst entkommt der Telepath seiner Gefangenschaft und die ersten, blutigen Ereignisse der Haupthandlung nehmen ihren Lauf…

 

Nightflyers Kritik:

Wenn ihr bei der ersten Game of Thrones Folge damals gedacht habt ihr versteht gar nichts und seid komplett verloren, macht euch auf etwas gefasst. Denn Nightflyers geht hier noch einen Schritt weiter.

Ähnlich dem Fantasy-Universum von Martin werden wir auch hier direkt zu Beginn in ein festes Setting geworfen, von dem wir weder Charaktere, Technik, noch diverse Ausdrücke kennen. Dies schließt sowohl Bezeichnungen für außerirdische Lebensformen oder Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, wie auch solche für z.B. Jobs mit ein.

Dass dieses System funktionieren kann, bewies schon Game of Thrones. Den Zuschauer in eine komplett fremde Welt zu werfen weckt Interesse und das Gefühl von Spannung. Allerdings muss diese schmale Gratwanderung perfekt umgesetzt sein, denn sonst fühlt sich der Betrachter komplett verloren und überfordert. In meinen Augen spielen die Macher der Serie nahezu perfekt mit diesem Element, was sich in vielen der Szenen wiederspiegelt.

Der behandelte Stoff an sich ist hingegen bisher nichts großartig Neues. Fans von ‚Lost in Space‘, ‚Event Horizon‘ und ‚2001: A Space Odyssey‘ dürften die meisten der verwendeten Stile und Themen bereits mehrfach gesehen haben. Trotzdem reist die Darbietung des Inhalts in einer Form mit, die ich selbst so in einer SciFi-TV-Serie bisher nur von ‚The Expanse‘ kenne. Ganz an ‚The Expanse‘ ran kommt Nightflyers für mich allerdings aktuell trotzdem noch nicht ran.

Die Serie erhält nach ihrer Pilotepisode vorerst 3,5/5 Sternen.

 

Nightflyers Trailer:

 

Nightflyers Fakten:

Besetzung: Jodie Turner-Smith, Gretchen Mol, Eoin Macken, David Ajala, Angus Sampson, Sam Strike, Maya Eshet, Brían F. O’Byrne, Phillip Rhys, Gwynne McElveen
Genre: SciFi, Horror
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: ca. 60 Minuten pro Folge
Episoden: 10
Network: SyFy (USA) / Netflix (Deutschland)

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Nightflyers
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