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Dogs of Berlin Kritik

Seit dem 07. Dezember ist die nächste deutsche Serienproduktion mit Dogs of Berlin auf Netflix verfügbar. Wir erzählen euch in dieser Kritik, ob sich die Netflix’sche Antwort auf 4 Blocks lohnt, oder ob dieser Serienhit sich eher weniger lohnt.

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Dogs of Berlin Handlung:

Die Story von Dogs of Berlin steigt unmittelbar in das Geschehen ein. Zufällig ist der Mordkommissar Kurt Grimmer als einer der ersten am Tatort. Das Opfer des Mordes ist hier kein geringerer als der erfolgreichste Fußballspieler der Nation. Aufgrund politischer Beweggründe und PR-technischen Strategien wird ihm der türkische Polizist Erol Birkan zur Seite gestellt, um den Mord aufzuklären.

Doch es wäre kein guter Kriminalfall, wenn es nur um diesen einen Mord gehen würde, und schnell kommen noch andere Verbrechen hinzu. Unmittelbar in diese Verbrechen sind verschiedene Gruppierungen verwickelt, die alle ein mögliches Motiv hätten. So treffen wir auf einen arabischen Clan, eine jugoslawische Wett-Mafia, Neo-Nazis, türkische Rocker und der deutsche Fußballverband. Wie diese Kombination aussieht und was euch in den 10 Folgen von Dogs of Berlin noch so alles um die Ohren fliegt, möchten wir an dieser Stelle jedoch lieber nicht verraten.

Dogs of Berlin Kritik:

Allgemein hatten wir bei Dogs of Berlin selbstverständlich gewisse Erwartungen. Das rührt einerseits daher, dass wir in den letzten Monaten an Serien Neuerscheinungen mehr als verwöhnt wurden. Andererseits wurzeln diese Erwartungen natürlich auch in den bereits laufenden deutschen Serienproduktionen. Hierzu zählen neben Neuzugängen wie „Beat„, natürlich auch bereits gestandene Serien wie „4 Blocks„. Vor allem bei letzterem sehen wir im Vergleich mit Dogs of Berlin einige Parallelen. Allen voran natürlich eine der Themen, die sich auf die organisierte Banden und Clan Kriminalität fokussiert.

So präsentierte uns Dogs of Berlin jedoch diese Themen aus der Perspektive der gegnerischen polizeilichen Seite, was zumindest hier ein Alleinstellungsmerkmal aufzeigt. Nichtsdestotrotz zeigte die deutsche Netflix Produktion an manchen Ecken, und in meinen Augen an zu vielen Ecken, negative Punkte. Was leider nicht sonderlich positiv aufgefallen ist, sind hier die Themen, die abseits der Kriminalität besprochen werden.

Eine der größten, aber noch nicht der größte Kritikpunkt an Dogs of Berlin sind die unzähligen Fässer, die im Verlauf der Serie geöffnet werden. So setzt die Produktion an jeder möglichen Ecke an und präsentiert unzählig viele verschiedene Storylines. Dadurch generiert man zwar in Bezug auf den Mordfall weitere Verdächtige, aber so ganz möchte man das der Serie aber nicht abkaufen. Viele Handlungsstränge wirken unehrlich, künstlich und vor allem nur schwach durchdacht. So sind die oben angesprochenen Themen zwar ein guter Ansatz, aber dadurch dass zu viele diskutiert werden, werden sie in den meisten Fällen nur oberflächlich angerissen.

Einige der porträtierten Gruppierungen bzw. Akteure waren fast schon herzlos in die Geschichte rein geschrieben und gaben ihr alles andere als Substanz. Im Gegenteil war dies einer der großen Nachteile von Dogs of Berlin. Denn hier hätte man dem Motto „Weniger ist Mehr“ wesentlich mehr Bedeutung schenken sollen. Desweiteren gibt dies der Serie einen sehr künstlichen Beigeschmack und kann leider nicht durch Seele und Tiefe punkten.

Der in meinen Augen größte Kritikpunkt der Serie ist die äußerst schwache und Klischee-behaftete Charakterzeichnung. Dabei machte es bei Dogs of Berlin keinen Unterschied welcher Gruppierung die jeweilige Figur angehörte. Seien es Sozialfälle aus Berlin Marzahn, die arabischen Clanmitglieder oder die deutschen Nazis. Jeder der Charaktere erscheint als hätte man ihn direkt aus einer Karikatur aus „Vorurteile für Anfänger“ heraus in das Drehbuch gesetzt. So zeigte fast jeder Deutsche in der Serie rassistische Tendenzen, jugoslawische Figuren gehörten der Wettmafia an und die arabischen Mitmenschen gehörten früher oder später zu irgendeinem kriminellen Clan. Man kann es nennen wie man möchten, ob Stereotyp oder Klischee. Mehr Tiefe konnten die Zeichner der Charaktere in Dogs of Berlin ihren Figuren leider nicht verleihen. Der einzige Versuch dies aufzubrechen bestand darin, dass man dem türkisch-stämmigen Kommissar eine homosexuelle Orientierung zuwies, was aber auch hier mehr künstlich als originell war.

Dabei hätte man aus den einzelnen Themen und unzähligen angerissenen Diskussion mit Sicherheit mehr herausholen können. Hätte man die Charaktere eher als Mensch gezeichnet und weniger als Stereotyp, so hätte Dogs of Berlin nur davon profitieren können. Dies gepaart mit ein oder zwei Storylines weniger, und die deutsche Netflix Produktion hätte durchaus mehr Punkte einheimsen können. Denn trotz der großen Kritik war nicht alles schlecht, was wir in den 10 Episoden zu Gesicht bekamen.

So war der Kriminalfall an sich relativ gut durchdacht, spannend und alles andere als durchschaubar. Als Zuschauer hatte man zwar hin und wieder seine Vermutungen, aber so wirklich erhärten wollten sich die eigenen Verdächtigungen nicht. Die zwei Polizisten konnten auch trotz der miesen Charakterzeichnung an einigen Stellen glänzen und einen kleinen Mehrwert generieren. Vor allem die unterschiedlichen Ansichten und Moralvorstellungen kollidierten an manchen Stellen miteinander. Dadurch provozierte Dogs of Berlin ein paar gute Dialoge zwischen den beiden und konnte am Ende sogar ein moralisches Dilemma präsentieren, das sogar den Zuschauer zum Nachdenken bringen könnte.

Ebenfalls positiv kann man die schauspielerische Leistung beurteilen. Trotz der Klischee- und Vorurteil-behafteten Charakterzeichnung zeigten alle Schauspieler gute und solide Leistungen. Trotz der dumpfen Figuren kaufte man es den einzelnen Akteuren dann doch irgendwo ab, dass sie genau so sind wie sie durch das Drehbuch dargestellt werden.

Alles in allem zeigt Dogs of Berlin gute Ansätze, die dann jedoch durch die einzelnen Kritikpunkte leider zunichte gemacht werden. Etwas weniger Stereotypen, weniger Storylines und etwas mehr Tiefe und Substanz hätten der Serie durchaus gut getan. Wer auf gute Kriminalfälle steht, der kann sich die deutsche Netflix Produktion auf jeden Fall zu Gemüte führen. Wer hierzu allerdings mehr als oberflächliche Klischees erwartet wird leider enttäuscht.

Fazit der Dogs of Berlin Kritik:

Leider hatte uns Dogs of Berlin nicht wirklich überzeugen können. Die Ansätze waren zwar da, allerdings wurde das Potenzial der Serie nur wenig ausgenutzt. Zusammen mit den Kritikpunkten erreicht die Netflix Produktion daher nur 3 von 5 möglichen Sternen.

Fakten:

Dogs of Berlin Kritik

Besetzung: Felix Kramer, Fahri Yardim, Anna Maria Mühe, Katharina Schüttler, Alina Stiegler, Urs Rechn, Sinan Farhangmehr, Kais Setti etc.
Genre: Crime, Thriller
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: ca. 51-62 Minuten pro Folge
Episoden: 10
Network: Netflix

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3 KOMMENTARE

  1. Ich weiß NICHT WAS IHR ALLE HABT ES GIBT AUCH VIELE DIE ES MÖGEN DIE JENIGEN POSTEN DAS AUF INSTA ALSO DIE SERIE IST EINFACH DER HAMMER DIE HANDLUNG UND DIE SCHAUSPIELER HOFFENTLICH WIRD ES EINE 2 STAFFEL GEBEN DANN GEBEN DIE HALT BISSCHEN MEHR GASS ABER ICH BIN STOLZ DARÜBER SIE HABEN ALLE GUTE ARBEIT GELISTET 👍❤

    • Hey Danke für dein Kommentar. Ich kann deine Meinung vollkommen nachvollziehen. Der Kriminalfall und die Schauspieler sind definitiv sehr gut, jedoch gab es für mich eben ein paar negativ Punkte. Da Geschmäcker unterschiedlich sind, wird die Kritik wohl nicht jeder nachempfinden können, von daher nochmal vielen Dank für dein Feedback! 🙂

  2. Im Gegensatz tu 4 Blocks, werden hier die Araber nicht so verherrlichend dargestellt, was mir gut gefallen hat, da diese hier in Berlin auch nicht so sind.
    Diese Serie zeigt die Sichtweise der Polizei und ist deshalb auch gar nicht vergleichbar.
    Dazu noch die Rechten, Rocker und Jugoslawen, macht es abwechslungsreich

    Mich hat sie sehr gut unterhalten und deshalb auch volle Punkte.

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