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YOU Kritik

Endlich ist es soweit und wir können YOU auf Netflix anschauen. Wir haben für euch die Serie überprüft und erzählen euch in dieser YOU Kritik, warum man der eher unkonventionellen Serie vielleicht eine Chance geben sollte.

YOU Handlung:


Wir treffen in YOU auf den unscheinbaren jungen Buchhändler Joe. Als eines Tages die hübsche Guinevere Beck in seinen Laden kommt, verliebt er sich Hals über Kopf in die junge Studentin. Jedoch scheint es, als würde Joe mit dieser Zuneigung nicht ganz so normal verfahren, wie das manch anderer machen würde.

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Seine Neigungen kann man hierbei durchaus als obsessiv bezeichnen. Im Verlauf der Geschichte wird er somit immer stärker zu Becks Stalker und versucht alles um ihr näher zu sein. Durch einen mehr oder weniger glücklichen Zufall wird er Teil ihres Lebens. Schon bald finden die zwei mit etwas Zutun von Joe zueinander. Es gilt für ihn fortan nicht nur die Liebe aufrecht zu erhalten, sondern auch noch seine Tendenzen und gruseligen Verhaltensweisen als Geheimnis zu bewahren. Ob er dies schafft, oder ob Beck irgendwann herausfindet, auf wen oder auf was sie sich da eingelassen hat, wollen wir an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten.

YOU Kritik:

Wer sich bei der Handlung unweigerlich die Frage stellt, wie bizarr diese Serie wirklich ist, dem kann ich eine klare Antwort geben: sehr bizarr! Dabei bedient sich YOU bei vielen unterschiedlichen Genres, deren gemeinsame Mixtur in meinen Augen etwas einzigartiges geschaffen hat. Klammert man das obsessive Verhalten unseres Protagonisten aus, dann erhält man eine klassische romantische Dramaserie, in der der Junge das Mädchen erobern möchte. Doch durch die hinzugefügte Stalker Thematik und dem oftmals psychopathisch anmutenden Protagonisten haben die Macher eine Handlung und ein Themenfeld erzeugt, welches seinesgleichen erst noch finden muss.

Der einzige Knackpunkt, den es hier für YOU zu bewältigen gilt, ist die schmale Gratwanderung zwischen Romanze und Thriller erfolgreich zu meistern. Hier sehe ich nicht nur die größte Schwierigkeit, sondern auch das meiste Potenzial der Serie. Dadurch, dass man sich für einen augenscheinlich sympathischen und netten jungen Mann entschieden hat und ihn nicht nur als Protagonisten, sondern auch als Erzähler auftreten lässt, wirkt die Figur Joe sehr schnell vertraut und führt als Lotse durch die Geschichte. Er wirkt wie ein Freund, der nette Junge von nebenan, dem man seine größten Geheimnisse anvertrauen kann und der einem immer zur Seite steht.

Doch genau dieser Mann, unser Protagonist und unser Erzähler ist es, der offensichtlich nicht so wirklich die Regeln der Romantik und des sozialen Miteinanders befolgt. Dabei begeht er neben kleinen Delikten auch schwere Straftaten, die man aus der eigenen Perspektive stark verurteilt. Man gerät als Zuschauer und Mitwisser schnell in ein moralisches Dilemma, denn aufgrund der Sympathie, die Joe für sein Wesen einheimst wünscht man sich ja irgendwie schon, dass die Liebe eine Chance erhält.

Genau an diesen Stellen generiert YOU mit seinem innovativen Konzept und seinen brisanten Themen einen Mehrwert für alle Serienjunkies. Zwar muss man als Anti-Romantiker durchaus an der ein oder anderen Stelle ein Auge zudrücken. Dafür wird man jedoch auch bald wieder mit Nervenkitzel und Drama entschädigt. Kann man sich mit Romantik in einer Serie und aufkeimender Liebe zwischen zwei Menschen jedoch überhaupt nicht anfreunden, dem könnte YOU vielleicht dann doch nicht so gefallen.

An dieser Stelle muss man auch kurz beleuchten, ob und wenn ja, inwiefern YOU Stalking romantisiert oder gar verharmlost. So entstand zu Beginn oft der Eindruck, die Macher würden die Themen rund um eine Obsession, die sich von einem Kavaliersdelikt zu einer schweren Straftat entwickelt, herunter spielen. Wer jedoch der Serie eine Chance gibt sich zu erklären, der realisiert spätestens in den darauf folgenden Episoden, dass dem nicht der Fall ist.

Stalking wird neutral und gefühlskalt dargestellt, ohne Wertung und ohne Urteil. Die Neutralität wird jedoch jeder einzelne Zuschauer ablegen, indem er oder sie für Joe eine gewisse Sympathie entwickelt. Diese kommt, wie bereits erwähnt, nicht nur durch seine nette und freundliche Art zustande, sondern auch durch die Tatsache, dass er uns durch die Episoden führt. Diesen Trick zu verwenden, um den Zuschauer selbst in eine moralische Zwickmühle zu manövrieren hinterlässt durchaus Spuren und ermöglicht eine aktive und nachhaltige Auseinandersetzung mit YOU.

Abgesehen von der Handlung und dem Themenspektrum gilt es natürlich auch kurz die technische und schauspielerische Leistung zu erwähnen. Beides hatte mich durchaus überzeugen können. Vor allem das technische beziehungsweise filmerische Konzept der Serie war innovativ und passend entwickelt. Dabei transformiert sich die Optik und die Farbgewalt der Serie von romantisch bis hin zu kalt und steril. Die oben angesprochene Gratwanderung zwischen Romantik und Thriller spiegelt sich demnach nicht nur in der Handlung der Serie wider, sondern auch in ihrem filmerischen Aufbau.

Auch die schauspielerische Leistung kann sich bei YOU durchaus sehen lassen. Allen voran Penn Badgley, der Joe porträtiert. Er konnte mich über jede einzelne Episode hinweg überzeugen. Dabei spielte er seine Rolle nicht nur authentisch, sondern bewies auch eine immense Wandlungsfähigkeit, die ihm sein Charakter vorgab. Zwar waren die anderen Schauspieler aufgrund der großen Rolle des Protagonisten eher unscheinbar, jedoch war ihre Leistung solide und in keiner einzigen Episoden unecht.

Alles in allem hatte ich mit der ersten Staffel von YOU durchaus meinen Spaß und kann sie mit gutem Gewissen empfehlen. Dabei konnte mich vor allem das Konzept mit dem Genre Mix und der fesselnden Thematik überzeugen. Die aktive Rolle und die Auseinandersetzung des Zuschauers mit Moral, Obsession und Zuneigung zeugt von einem Werk, welches sich fernab vom klassischen Geschichten Erzählen ansiedelt.

Fazit der YOU Kritik:

Wer über die wenigen Kritikpunkte hinwegschauen kann, der könnte bei YOU definitiv eine Serie zum Binge Watching finden. Trotz der oft romantisierenden Themen kann man mit der eher unkonventionellen Handlung doch durchaus eine gute Bewertung abgeben. YOU bekommt von daher solide 4 von 5 Sterne.

Fakten:

YOU Kritik

Besetzung: Penn Badgley, Elizabeth Lail, Shay Mitchell, John Stamos, Luca Padovan, Zach Cherry, etc.
Genre: Drama, Crime, Thriller
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: ca. 43-49 Minuten pro Folge
Episoden: 10
Network: Netflix


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