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Bird Box Kritik

Seit vergangener Woche kann man nun endlich Bird Box auf Netflix streamen. Der Film mit dem gleichnamigen Roman als Vorlage glänzt vor allem durch seine PR und seine hochkarätigen Schauspieler. Ob dies allerdings auch bedeutet, dass der Film gut ist, erfahrt ihr hier in unserer Bird Box Kritik.

Bird Box Handlung:

Wir treffen auf die schwangere Malorie. Zu Beginn sehen wir auch ihre Schwester Jessica, die von keiner geringeren als Sarah Paulson gespielt („American Horror Story„) wird. Im Fernsehen erfahren sie von einer Epidemie, die gerade Europa heimsucht. Unbeeindruckt von der dort vorherrschenden Massenpanik und der immensen Anzahl an Unfällen fahren sie gemeinsam ins Krankenhaus um einen Kontroll-Termin beim Frauenarzt wahrzunehmen.

Dort angekommen wird einem zum ersten Mal bewusst, wie zynisch und gefühlskalt Malorie ihre bevorstehende Mutterrolle betrachtet, was ihr im Laufe der weiteren Geschehnisse einige Vor- aber auch mitunter Nachteile verschaffen wird. Desweiteren beginnt nun auch in den USA die Epidemie sich auszubreiten. Dabei versuchen die Menschen auf oft sehr gewalttätige Art und Weise sich selbst umzubringen.

Malorie und ihre Schwester versuchen daher zu fliehen, doch plötzlich sieht die am Steuer sitzende Jessica etwas und versucht sich selbst umzubringen, was ihr auch gelingen soll.
Malorie schlägt sich kurzerhand alleine durch und findet schnell Unterschlupf in einem Haus mit einigen Fremden.

Der weitere Verlauf des Films beschreibt teilweise die Geschehnisse direkt nach dem Eintreffen von Malorie in dem Haus, bei denen es nur noch um das nackte Überleben geht. Außerdem bekommen wir eine Geschichte erzählt, die wohl um einiges später spielen soll. Hierbei versucht Malorie gemeinsam mit zwei Kindern einen Fluss hinab zu rudern, und das inklusive Augenbinde und somit eingeschränkter Sicht.

Bird Box Kritik:

Wahrscheinlich werdet ihr in den vergangenen Tagen mehr als einmal irgendetwas zu dem neuesten Netflix Film Bird Box gelesen, gehört oder gesehen haben. Das wird uns jedoch nicht davon abhalten, euch dennoch unsere Kritik zu dem Staraufgebot näherzubringen. So gibt es dem PR entsprechend wahrhaftig einiges Gutes zu dem Film zu berichten. Wir kommen aber auch an negativem Feedback nicht ohne weiteres vorbei.

So bietet in meinen Augen vor allem die Handlung des Films viel Potenzial um ein gutes Werk zu schaffen, was allein die Verkaufszahlen des gleichnamigen Buchs unterstreichen. Nichtsdestotrotz sehe ich hier die größte Angriffsfläche des Films. Diese hinterlässt nicht nur einmal große Lücken und Fragezeichen.

Zwar kann ich das Buch und das Gesamtpaket aus literarischer Sicht nicht beurteilen. Ich hoffe allerdings, dass das Buch im Gegensatz zu dem Film schwerwiegende und essentielle Fragen beantwortet und nicht ähnlich wie im Bird Box Film unkommentiert lässt. Viele Zuschauer und Film Begeisterte wurden im vergangenen Jahrzehnt bei Filmen und Serien regelrecht bombardiert mit Endzeit-Szenarios und Apokalypse-auslösenden Epidemien. Die besten unter ihnen zeigen nicht nur Konsequenzen der einzelnen Viren, Monstern und Invasionen sondern auch die Ursachen und Wirkungsweisen.

Bird Box allerdings macht sich gar nicht erst die Mühe zu erklären worum es sich handelt, was genau geschieht, und vor allem warum. Es wird in knappen pragmatischen Dialogen berichtet, dass die Suizid Opfer allesamt etwas gesehen haben und sich aufgrund dessen in den Tod stürzen. Man kommt nicht drum herum zu fragen, wieso dies geschieht. Was die Menschen zu Gesicht bekommen und wieso er/sie/es nicht in Häuser eindringen kann, wird demnach auch nicht erläutert. Weitere Fragen rund um dieses Thema werden bei dem ein oder anderen Zuschauer wahrscheinlich noch zusätzlich auftreten. Wer allerdings bei Bird Box nach logischen Zusammenhängen, Erklärungen und einleuchtenden Theorien sucht, der wird nicht fündig werden.

Selbstverständlich wird das mitunter manche Zuschauer gar nicht erst stören. Doch wer mit einer innovativen Apokalypse PR betreibt, der muss in meinen Augen schon etwas mehr Substanz dahinter packen. Stattdessen werden im Netflix Film Bird Box die Tatsachen einfach auf den Tisch gepackt und alles weitere dem Einfallsreichtum des Beobachters überlassen. Schade eigentlich, denn das Potenzial wäre allemal da gewesen und hätte die Handlung des Films abgerundet.

Worauf man jedoch kurz eingehen sollte, sind die offensichtlichen Parallelen zu bereits vorhandenen Filmen. Die größte und aktuellste Übereinstimmung werden wohl die meisten zu dem Kinohit „A Quiet Place“ gefunden haben. Dieser ist trotz seiner differenzierten Herangehensweise doch sehr ähnlich zu Bird Box. Das beruht einerseits auf der Tatsache, dass die Überlebenden der jeweiligen Apokalypse auf einen menschlichen Sinn verzichten müssen. Andererseits versuchen beide ihre Spannung, ihren Thrill und Horror über die filmerische Atmosphäre zu erzeugen. Was bei „A Quiet Place“ aufgrund der Stille ziemlich gut und überwältigend mitreißend funktioniert, klappt bei Bird Box leider nur bedingt. So wurden spannende Szenen leider nicht so sehr ausgereizt und bis an die Grenzen des Erträglichen getrieben wie dies bei „A Quiet Place“ der Fall war. Ich hätte mir gewünscht, man hätte bei Bird Box an der ein oder anderen Stelle die Spannung etwas länger aufrecht erhalten.

Bird Box bespricht noch einige weitere Themen, die fernab von der Apokalypse die unterschiedlichen Konsequenzen für die eigene Person behandeln. Hier kommt die zynische, alleinstehende und pragmatische Frau gelegen, deren Charakterentwicklung viel Platz in dem Film einnimmt. Dies birgt mitunter einen gewissen Mehrwert, den jedoch viele Zuschauer, die sich auf Horror eingestellt haben nur bedingt begrüßen werden. In meinen Augen war dieses Thema dennoch essentiell für das Werk und konnte aufgrund solider schauspielerischer Leistung gut und authentisch umgesetzt werden.

Auch die übrigen Charaktere profitierten von den jahrelangen Erfahrungen der einzelnen Schauspieler. Und obwohl viele aufgrund ihrer Rolle nur für eine kurze Zeit glänzen konnten, kommen wir nicht drum herum die Leistungen zu loben. So gilt hier vor allem Sarah Paulson und John Malkovich eine kurze Würdigung ihrer Darbietung.

Auch die filmerische Umsetzung war qualitativ äußerst hochwertig. Zwar haben wir es bei Bird Box nicht mit einer CGI Schlacht zu tun, die die Frage aufwerfen könnte, wie viel Green Rooms für die Produktion notwendig waren. Die offensichtlichen Unfälle und Suizide konnten dennoch mit ihrer erschreckend ehrlichen Darstellung überzeugen. Bei manch einer Szene musste ich mich aber fragen, ob so viel Graphik und Ehrlichkeit wirklich von Nöten war. So hätte man vor allem bei Jessicas Tod die Kamera auch etwas früher abdrehen können. Dies ist aber bekanntlich Geschmackssache und wird vielleicht einige Zuschauer begeistern können, da es wie erwähnt gewisse Authentizität und Ehrlichkeit vermittelt.

Fazit der Bird Box Kritik:

Zugegeben ist Bird Box mit Sicherheit kein schlechter Film. Er ist jedoch lange nicht so gut, wie das vielleicht vorab den Anschein haben mag. Trotz massiver PR, guten Kritiken und hochkarätigen Schauspielern kann der Film zwar Unterhaltung bieten, von einem Highlight Film des Jahres ist er in meinen Augen jedoch weit entfernt.
Ich vergebe daher 3 von 5 Sterne an Bird Box.

Fakten:

Bird Box Kritik

Besetzung: Sandra Bullock, Sarah Paulson, John Malkovich, Tom Hollander, Machine Gun Kelly, Trevante Rhodes, etc.
Regisseur: Susanne Bier
Genre: Thriller, Horror
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Länge: 117 Minuten

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