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Die Kunst des toten Mannes Kritik

Nach dem hervorragenden Film „Nightcrawler“ sehen wir die zwei Akteure Gyllenhaal und Gilroy wieder in einem gemeinsamen Projekt. Der satirisch anmutende Horror Thriller wirkt auf den ersten Blick wie ein Kunstwerk und kann nun endlich auf Netflix gestreamt werden. Wir erzählen euch in dieser Die Kunst des toten Mannes Kritik, ob der Film auch für die breite Masse taugt.

Die Kunst des toten Mannes Handlung:

Wir befinden uns tief in der Kunstszene Los Angeles. Zwischen Malern, Installateuren, Beratern und Kritikern wird nicht nur einmal angezeigt, dass es sich hier um ein knallhartes Geschäft dreht. Inmitten dieser bizarren und oft surrealen Welt treffen wir auf den Kritiker Morf, dessen Artikel sowohl Ruhm als auch Ruin für einen Künstler bedeuten können. Eine seiner besten Freunde, Josephina, arbeitet währenddessen bei einer der wichtigsten Kunsthändlerinnen der Stadt. Durch einen makaberen Zufall gelangt sie eines Tages in den Besitz der Kunstwerke ihres verstorbenen Nachbarns.

Die Kunst des toten Mannes ist einzigartig und zieht sogleich Kritiker, Sammler und Kenner in ihren Bann. Jedoch war der letzte Wille des toten Mannes, dass seine Gemälde und Werke komplett vernichtet werden. Die einzelnen Akteure übergehen jedoch diesen Wunsch und setzen alles daran, so viel Profit wie möglich herauszuziehen. Im Laufe der Geschichte passieren so ungeahnte Unfälle und Zufälle, die immer mehr danach schreien, dass man wohl besser den letzten Willen hätte würdigen sollen.

Die Kunst des toten Mannes Kritik:

Es steckt noch viel mehr in dem Film, als es die obige Handlungsbeschreibung preisgeben mag. Die Storyline sitzt tief verankert in den Diskussionen und Themen, die die Macher des Werks aufgreifen. Ähnlich wie manch Kunstwerk gilt es auch bei diesem Film, den Betrachtungswinkel des öfteren zu wechseln, um das gesamte Talent des Schöpfers zu würdigen. So haben wir es nur im Vordergrund mit einer vermeintlich primitiven Horror Geschichte zu tun. Die einzelnen Elemente, die dazu führen, die Kunst des toten Mannes in ein Horror Genre einzuordnen, sind dabei äußerst Plagiats-verdächtig. Sie sind jedoch nicht aus der Moderne übernommen, sondern fast schon als althergebracht zu beschreiben. Die Augen von Portraits verfolgen den Betrachter, und im Rückspiegel des Autos sieht man auf einmal einen alten Mann. Dies sind nur zwei der vielen Beispiele, wie sich die Macher des Films aus der Horror Trickkiste bedienten, um diesem Film den Kick zu geben.

Doch bekanntlich erzählt ein Kunstwerk meist eine viel ausschweifendere Geschichte, als zu Beginn ersichtlich. Umso beeindruckender fanden wir demnach die unterschwellige Ironie, die den einzelnen Handlungssträngen Charme verliehen hat. So malt der Film ein äußerst komplexes Bild, dessen großes Thema Kunst hier ausreichend diskutiert wird. Das Werk zieht, ähnlich wie die Kunst des toten Mannes, ihre Betrachter fast gänzlich in den Bann. Man kommt nicht nur einmal drumherum sich zu fragen, ob dies nicht die wahre Kunst ist, und nicht die 7 Millionen Dollar Farbkleckse, die von Damen mit extravagantem Mode- und Frisurengeschmack angepriesen werden.

Die Kunst des toten Mannes verführt den Zuschauer, ob Kunstfreund oder nicht in eine absurde Story, die dabei ihren Fokus nicht vom Wesentlichen ablenken lässt. So haben wir es zwar mit einer Huldigung alter, wirkungsloser Horror- und Thriller Komponenten zu tun. Wer aber seine Perspektive für einen Moment ändert, bekommt sogleich die wahre Natur des Films zu Gesicht. So gibt es noch viel mehr schöne und intelligente Anspielungen, die die Kunstszene in ihrer Gesamtheit unter ein kritisches Licht stellt. So fragt man sich schon seit geraumer Zeit immer wieder bei verschiedenen, hauptsächlich modernen Werken „ist das Kunst oder kann das weg?“.

Auch Die Kunst des toten Mannes scheut sich nicht, diese Frage immer und immer wieder dem Zuschauer unter die Nase zu reiben. Es werden mit dem Talent einzelner und dem Geldbeutel vieler ein hartes und fragwürdiges Spiel getrieben, welches in diesem Film des öfteren hinterfragt wird. Diese Diskussion ist zwar für viele Kunstliebhaber äußerst streng zu führen, aber auch hier bedient sich der Film in der Kunstszene selbst, um die Absurditäten wie ein Spiegelbild zu reflektieren. Hierbei muss man die Macher dafür loben, wie detailliert sie aus diesem Film ein bewegtes Kunstwerk generiert haben.

Fast jede einzelne Kamera-Position, das Licht, die Atmosphäre und die Schnitte waren akkurat, gewollt und gekonnt. Gepaart mit einer Storyline, die verschrobener nicht sein könnte, positionierte man inmitten dieser Thematiken die einzelnen Protagonisten. Hier wirkte jeder einzelne der Akteure als ein einzigartiges Kunstwerk, was nicht zuletzt auch der akribisch durchdachten Darstellung ihres Aussehens zu verdanken war.

Viele der mitwirkenden Schauspieler kennen wir Zuschauer aus einigen, wenn nicht sogar unzähligen Filmen. Aufgrund der Szenerie konnte man hier das Maß der Authentizität nur schwer anlegen. Oberflächlicher hätte man die Charaktere nicht zeichnen können, und doch passte dies perfekt in die Gesamtkomposition. Das ist auf keinen Fall als Kritik für die Autoren des Films zu werten, sondern als Lob für die schauspielerische Darstellung. Denn auch hier schreckten die Macher nicht davor zurück, die Kunstkritiker, -händler und -sammler für ihre Geistlosigkeit zu tadeln.

In diesem Sinne möchten wir an dieser Stelle die solide schauspielerische Leistung der Protagonisten in den Vordergrund stellen. Jede einzelne der Personen trug auf einzigartige Weise zu dem Gesamtkunstwerk bei. Allen voran Jake Gyllenhaal, der abermals seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen konnte.

Fazit der Die Kunst des toten Mannes Kritik:

Gilroy bewies wieder mal, dass er nicht nur ein besonders gutes Auge für Bildgewalt hat, sondern auch für eine kluge und perfide Behandlung interessanter Themen. Auf äußerst eindrucksvolle Art und Weise, die sich für den ein oder anderen Wink mit dem Zaunpfahl nicht zu schade ist, kreierte er mit dem satirischen Thriller ein spannendes und ausgeklügeltes Ensemble. Ich vergebe daher 4 von 5 Sterne.

Die Kunst des toten Mannes Trailer:

Die Kunst des toten Mannes Fakten:

Besetzung: Jake Gyllenhaal, Rene Russo, Zawe Ashton, Toni Collette, John Malkovich, etc.
Regisseur: Dan Gilroy
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2019
Länge: 113 Minuten

Überblick der Rezensionen
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Juliane Klein
Direkt in die Popkultur hinein geboren, merkte Juliane bereits in ihren Kinderschuhen, dass Filme und Serien ein großes Hobby werden. Doch auch die Liebe zu Videospielen und Gaming wurde bereits in ihren Kindheit entfacht. Nach jahrelangem Konsum von verschiedensten verfilmten, animierten, geschriebenen und virtuellen Welten, möchte Juliane nun diese Leidenschaft an das World Wide Web weitergeben. Ihr Aufgabengebiet umfasst bei CitizenZ vor allem Filme und Games. Wer sich also schon immer gefragt hat, wer diese unzähligen Rom-Coms bei Netflix anschauen muss: das ist ihre Aufgabe. Dabei würde sie eigentlich am liebsten ein Fantasy Epos rezensieren und danach auf der PlayStation 4 ihren Emotionen freien Lauf lassen.

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