Matrjoschka Kritik – Lohnt sich ein Blick in die neue Netflix Serie?

-

Matrjoschka Kritik

Seit gestern gibt es nun endlich die Serie mit dem Original Titel Russian Doll auf Netflix zum streamen. Wir erzählen euch in dieser Matrjoschka Kritik, ob es sich lohnt der Serie eine Chance zu geben, oder ob sie nur ein gigantischer Abklatsch von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist.

Matrjoschka Handlung:

Wir beginnen unsere Erzählung auf dem 36. Geburtstag von Nadia Vulvokov. Eine direkte, zynische, junge Frau, deren Ansporn und Geist von Drogen, Exzessen und Freiheit durchzogen sind. Ihre selbstzerstörerische und vermeintlich freigeistliche Art stellen sich auf Anhieb in das Scheinwerferlicht der Geschehnisse. Das Leben genießt sie in vollen Zügen und nimmt sogleich auch einen der Partygäste mit zu sich nach Hause. Als sie jedoch noch in der selben Nacht das Haus verlässt, wird sie auf der Straße von einem Auto angefahren und stirbt.

Im nächsten Atemzug befinden wir uns wieder auf ihrer Geburtstagsparty und es wird sogleich deutlich, dass wir uns in einer regelrechten Zeitschleife befinden, die jedes mal wenn Nadia stirbt, wieder an ihren Ursprung findet. So versucht sie in ihren unzähligen Versuchen den nächsten oder gar übernächsten Tag zu überleben, vergeblich eine Erklärung für die Erlebnisse zu finden.
Bei einem ihrer Versuche trifft sie zufällig auf einen Leidensgenossen. Im Verlauf der Geschichte schließen sich die beiden zusammen um nicht nur den Grund für ihr Festsitzen zu finden, sondern auch einen möglichen Ausweg. Ob sie es schaffen, sich aus der Misere zu befreien, oder ewig die gleiche Nacht und das gleiche Schicksal erleben, müsst ihr dann allerdings selbst herausfinden.

Matrjoschka Kritik:

Die Geschichte klingt schmerzlich vertraut. Nicht nur das Murmeltier, das Bill Murray vor vielen Jahren quälte erinnert uns daran, wie häufig eine ähnliche Story schon ihren Weg auf Bildschirme und Leinwände fand. Umso schwieriger war es nun auch für die Netflix Serie, uns von seinem Konzept zu überzeugen, und zeitgleich einen gewissen Mehrwert zu generieren. Auch wenn nur einzelne Elemente der Handlung mit einer gewissen Neuartigkeit punkten konnten, kamen wir nicht drumherum, irgendwann das Gefühl zu haben, etwas Einzigartiges zu erleben.

Dies war, wie bereits erwähnt, nur bedingt der Story selbst zu verdanken. Diese konnte zwar mit einem zeitgenössischen Setting punkten. Jedoch unterschied sie sich nur in wenigen Faktoren von der klassischen Erzählung. Und obwohl nur der Aspekt eines Leidensgenossen abgeändert wurde, erhielt Matrjoschka dadurch eine ungeahnte Dynamik, die der Serie ihre Eigentümlichkeit verlieh. So ging es fortan nicht mehr nur um den egozentrischen Protagonisten, der sein Leben in die richtige Bahn lenken muss, und gewisse Rechnungen zu begleichen hat.

Stattdessen entpuppte sich Matrjoschka zu einer Hommage an das soziale Miteinander und Füreinander. Zu sehr leben wir in einer Welt, die von Ellbogen-Mentalität, Einzelkämpfertum und purer Egozentrik umgeben ist. In einer Welt, die so etwas nicht nur stark überrepräsentiert, sondern gar unterstützt und entlohnt, ist es umso essentieller auch das große Thema der Nächstenliebe zu behandeln.

Trotz der immer wiederkehrenden Ereignisse, die in den Tod der Protagonisten gipfeln, wird Matrjoschka in keinster Weise langweilig. Das kommt daher, dass Nadia auf verschiedene Arten versucht, Sinn und Erläuterungen für die Geschehnisse zu finden, die ihr widerfahren. So beginnt ein gewisser Kreislauf der sich immer tiefer in die Materie windet und auch immer tiefer unter die Haut geht. Geht es anfangs noch um gewisse Entscheidungen, die Nadia in ihrem Leben aus Bequemlichkeit, Angst oder Egozentrik getroffen hatte, kommt sie am Ende an einen Punkt, an welchem es für sie bedeutet, noch weiter in ihrer Seele und ihrer Psyche zu kramen.

So macht einem die Serie schmerzhaft bewusst, dass in dieser Welt voller Egoismus und Narzissmus, die wahre Konstante und das Erstrebenswerte in sozialen Interaktionen und im altruistischen Verhalten liegt. Zwar wird in diesem Zusammenhang auch Moral, Schuld und Sühne angesprochen, aber ähnlich wie die Zeit, sind auch diese Konzepte in Matrjoschka als relativ anzusehen.

Es gibt viele Kleinigkeiten und Details, die anfangs leicht zu übersehen sind und im Verlauf der Geschichte immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dabei werden sie nur bedingt durch Dialoge oder Interaktionen in den Fokus gerückt. Auch das gekonnte Auge der Macher von Matrjoschka haben dazu beigetragen, der Netflix Serie auch außerhalb der Charaktere und Erlebnisse eine gewisse Substanz zu verleihen.

Zu erwähnen sind hier auch die Protagonisten, allen voran Nadia, die von Natasha Lyonne dargestellt wird. Sie gab in den insgesamt 8 Episoden ein besonders solides und rundes Gesamtbild ab. Sie hauchte der Geschichte und ihrem Charakter Leben ein. Somit baut die Serie nicht nur auf ihre Handlung und Themen, sondern die weitläufigen Diskussionen werden auch durch sie wesentlich mitgetragen.

Fazit der Matrjoschka Kritik:

Zwar wirkt die neueste Netflix Serie auf den ersten Blick wie eine Kopie der Themen, die bereits von einigen Werken aufgegriffen wurden. Jedoch waren wir überrascht darüber, wie viel Substanz und Mehrwert Matrjoschka hinzufügte. Die traditionelle Erzählung, die mit neuen Diskussionen und Sichtweisen glänzen kann, bekommt von uns verdiente 4 von 5 Sterne.

Weitere Kritiken

Matrjoschka Trailer:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Matrjoschka Fakten:

Besetzung: Natasha Lyonne, Greta Lee, Yul Vazquez, Charlie Barnett, Elizabeth Ashley, etc.
Genre: Comedy, Drama, Thriller
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2019
Länge: ca. 25-30 Minuten pro Folge
Episoden: 8
Network: Netflix

Matrjoschka