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Paddleton Kritik

Die neueste Dramedy kann man nun auch endlich auf Netflix streamen. Zu verdanken haben wir sie den kreativen Köpfen der Duplass Brüder. Wir erzählen euch in dieser Paddleton Kritik, wie stark man sein muss, um die schwer verdauliche Kost zu überstehen.

Paddleton Handlung:

Zwei Männer stehen inmitten eines Arztzimmers und bekommen wohl die schlimmste Nachricht überbracht, die es gibt: Krebs. Unterschwellig, aber dennoch eindrücklich wird dem Zuschauer klar gemacht, dass es sich hier nicht um die behandelbare Art dreht. Wer jetzt einen Film erwartet, der sich damit beschäftigt, was man alles noch vor seinem Tod erledigt haben muss, der ist hier definitiv an der falschen Stelle.

Die zwei Herren, die uns den Netflix Film über begleiten, sind Michael und Andy. Sie sind Nachbarn und verbringen offensichtlich jede freie Minute miteinander. Auch ihre eigenen Rituale haben sie, die sich aus Pizza, Filme und einer kuriosen Art von Squash zusammensetzen. Jedoch entschließt sich der Michael dazu, seinem Leben ein Ende zu bereiten, bevor ihn die Krankheit immer mehr ans Bett fesselt. Um an die Medikamente zu gelangen, die diese Sterbehilfe begünstigen, müssen sie jedoch einen kleinen Trip in ein anderes Städtchen hinter sich bringen.

Wie die letzten Tage der beiden Freunde aussehen und wie der Film Paddleton ausgeht, wollen wir euch an dieser Stelle nicht verraten. Wir raten euch jedoch dazu, dem Film eine Chance zu geben, vorausgesetzt die Schwere des Themas setzt einem nicht zu stark zu.

Paddleton Kritik:

Es gibt mit Sicherheit nicht viele Filme, die das Thema der Sterbehilfe angehen. Wenn doch, dann findet man diese meist nur in ausgewählten kleinen Kinos oder gar nur in der Doku-Sparte. Außerdem waren wir sehr beeindruckt, wie ehrlich der Film Paddleton ist. Ohne großes Theater uns Inszenierungen wurde uns eine Handlung präsentiert, deren Nähe zur Realität nur umso schmerzlicher ist.

Etwas entzerrt wird diese bedrückende Handlung von der Freundschaft der beiden Protagonisten selbst. Beide erscheinen in ihrem Leben eher als Einzelgänger, denen jedoch das Alleinsein nichts auszumachen scheint. In einer Welt, in der man nach immer mehr Erfolg, dem nächsten Partner und einem noch größeren sozialen Umfeld strebt, wirken die beiden fast schon surreal. Das liegt jedoch nicht daran, dass sie auch wirklich unrealistisch sind. Es ist eher der fehlende Fokus auf Menschen wie Michael und Andy, der diese Wirkung hervorruft. Kaum ein Film oder Werk behandelt das langweilige Leben zweier Männer, die tagein und tagaus dem immer gleichen Muster folgen. Wir waren daher äußerst angetan von der Tatsache, dass auch mal ein solcher Einblick auf Netflix gewährt wird.

Die wiederkehrende Thematik des Films wird kaum durch Störfaktoren beeinflusst. Es gibt sicherlich nicht viel in dem Leben der zwei Männer, das so einschneidend ist und so viel Aufmerksamkeit verlangt wie der näher rückende Tod von Michael. Dieses omnipräsente Thema wird jedoch durch die Protagonisten in einen starken Konflikt positioniert. Denn obwohl der Krebs konstant über den beiden schwebt, weigern sich die Freunde dem Thema in ihren Dialogen große Beachtung zu schenken.

Stattdessen leben sie ihr Leben beziehungsweise ihren Alltag so wie sie ihn kennen. Das macht den Film nur umso ehrlicher. Die Macher von Paddleton verzichteten komplett auf dramatische Inszenierungen und aufgesetzte Begebenheiten. Man versuchte nicht dem Zuschauer die Themen auf eine andere Art darzustellen, wie sie auch im echten Leben stattfinden. Hat man verschiedene Werke von vergangenen Tagen im Hinterkopf, die das Sterben thematisieren, so wird einem Paddleton nur umso beeindruckender in Erinnerung bleiben. Sterben ist nicht romantisch oder realitätsfern, und nicht jeder wird in seinen letzten Tagen nochmal alles nachholen, was er im Leben verpasst hat. Man wird nicht mit Geschehnissen oder Umständen konfrontiert, die einmalig oder einzigartig sind. Sterben wird hier dargestellt, wie es auch im Leben jedes einzelnen vonstatten geht, als Teil des langweiligen Alltags.

Selbstverständlich ist es ungewöhnlich, in einem frühen Alter zu sterben. Auch das Thema der Sterbehilfe wirkt vor allem hierzulande oftmals fernab des Alltags. Nichtsdestotrotz ist Paddleton in seinem Konzept ein ungewöhnlich ehrliches Stück Realität, das sich nicht durch bekannte filmische Stilmittel verschleiern lässt.
Demnach wird es einem noch einige Zeit in Erinnerung bleiben, als Ausschnitt aus dem wahren Leben, das oft so ereignislos ist wie es hier dargestellt wird.

Mit dem Verzicht von dramatischen und romantisierenden Stilmitteln hatte man sich auch dafür entschieden wenig Soundtrack unterzubringen. Das kreiert wiederum eine Atmosphäre, die die Authentizität des Films unterstreicht. Man möchte nicht noch mehr auf die Tränendrüse drücken oder künstlich Emotionen beim Zuschauer hervorrufen.

Diese Emotionen werden allein durch die Thematik und die Schauspieler zum Vorschein gebracht. Obwohl Mark Duplass („Michael“) etwas weniger gut bei uns ankam, muss man hier hauptsächlich Ray Romano („Andy“) loben. Vor allem zum Ende hin konnte er mit seinem Wechselspiel zwischen Komödie und Drama den Zuschauer von seinem Talent überzeugen. Auch wenn Mark Duplass weniger Eindruck hinterlassen hat, konnte er dennoch den Zuschauer tief berühren. Seine Darstellung vom Sterben wirkte auf uns hier besonders bemerkenswert. Er verlieh vor allem der Angst, die einen hierbei begleitet Ausdruck. Damit konnte sich Paddleton von anderen Werken abheben und brennt sich tief in das Gedächtnis ein.

Fazit der Paddleton Kritik:

Dieser Film auf Netflix ist mit Sicherheit keine leicht verdauliche Kost. Was anfangs noch wie eine Dramedy klingt wird mit zunehmender Krankheit immer schwerer zu ertragen. Mit einer gekonnten Ehrlichkeit und Authentizität hat uns Paddleton dann dennoch überzeugen können. Er bekommt daher von uns 4 von 5 Sterne.

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Paddleton Trailer:

Paddleton Fakten:

Besetzung: Mark Duplass, Ray Romano, etc.
Regisseur: Alexandre Lehmann
Genre: Dramedy
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2019
Länge: 89 Minuten

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