The Perfection, Netflix
The Perfection ©Netflix

The Perfection Kritik

Seit vergangenen Freitag können wir auf Netflix einen neuen Thriller begutachten. Der Film, der beim vergangenen Fantastic Fest so einige Kritiker überzeugen konnte, wird nun von uns auf den Prüfstand gestellt. Ob sich der Film lohnt, oder ob ihr die 1,5 Stunden besser verbringen könnt, erfahrt ihr in unserer The Perfection Kritik.

The Perfection ©Netflix

The Perfection Handlung:

Charlotte hat es nicht leicht in ihrem noch so jungen Leben. So wird sie Zeuge, wie ihre Mutter nach langer und schwerer Krankheit stirbt. Um für die todkranke Mutter da zu sein und sie zu pflegen, hat sie sogar ihre erfolgreiche Karriere als Cellistin auf Eis gelegt. So erfährt der Zuschauer relativ früh, dass Charlotte als junges Mädchen in einer hoch angesehenen Akademie für begnadete Cellistinnen aufgenommen wurde. Diese hatte sie jedoch für ihre Mutter verlassen, und andere Mädchen, wie beispielsweise Lizzie, konnten ihren Platz einnehmen.

Nun, da ihre Mutter verstorben ist, kontaktiert sie ihren früheren Mentor Anton, den sie prompt bei einer Talentsuche in Shanghai besucht. Dort kommt sie erstmals mit dem neuesten erfolgreichen Talent der Akademie, Lizzie, in Kontakt. Trotz einer unterschwelligen Rivalität freunden sich die beiden an und verbringen die Nacht miteinander. Am darauffolgenden Tag machen sich beide auf den Weg in das Hinterland Chinas um ihren wohlverdienten Urlaub zu genießen. Doch auf dem Weg dorthin wird Lizzie schwer krank. Die Krankheit führt sogar dazu, dass sich Lizzie selbst die Hand abhackt.

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Darauffolgend wird der Zuschauer Zeuge des perfiden Plans, den Charlotte sich ausgedacht hatte. Kurz vor ihrer Abreise ins Hinterland hatte sie Lizzie verschiedene Drogen eingeflößt, damit diese Halluzinationen entwickelt. Diese Halluzinationen wollte Charlotte soweit beeinflussen, dass sie Lizzie nachhaltig die Karriere zerstören.

Wieder zurück in den USA erzählt Lizzie den Leitern der Akademie, Anton und Paloma, was vorgefallen ist. Da sie nun ohne Hand kein Cello mehr spielen kann und für die Akademie nutzlos ist, wird sie dort rausgeschmissen. Von Rache geleitet, macht sich Lizzie nun auf die Suche nach Charlotte und entführt sie. Sie bringt sie in die Akademie, wo der eigentliche Psychothriller erst beginnt. Dort angekommen, wird dem Zuschauer erstmals bewusst, welche boshaften und entwürdigenden Machenschaften in der Akademie vonstatten gehen. Doch was genau passiert, wollen wir euch hier natürlich nicht erzählen.

The Perfection Kritik

Erstmal fällt dem Zuschauer bei The Perfection eine hochqualitative Ausarbeitung des Geschehenen auf. Durch eine anfangs nüchterne und doch subtil drückende Stimmung ist es sichtlich schwer, den Film in ein bestimmtes Genre einzuordnen. So wechselt der Film zwischen musikalischen Elementen, Thriller Elementen, Splatter und Drama stetig hin und her. Für den Zuschauer hat dies zur Folge, dass man oft erfolgreich auf eine ganz andere Schiene gelenkt wird. So dachte man zu Beginn noch, man würde Zeuge eines ausgeklügelten Musikdramas werden. Doch wechselt dies schnell in eine ganz andere Richtung. Zeitweise dachte man gar daran, man würde eine US-amerikanische Verfilmung von „Train to Busan“ präsentiert bekommen, bis das wahre Ausmaß des Thrillers einem schmerzlich bewusst wurde.

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Solch ein Stilmix hat bekanntlich seine Tücken. Wer hier als Filmemacher nicht aufpasst, kann sich leicht in etwas verrennen, und Fässer aufmachen, die nicht ausdiskutiert werden. Richard Shepard, der Regisseur, zeigte jedoch, dass er den Kern eines Thrillers relativ gut beherrscht und konnte darüber hinaus unter Beweis stellen, dass er auch andere Stile mit einfließen lassen kann. Außerdem wurde der Zuschauer erfolgreich und vor allem mehrmals in eine Richtung gelenkt, die sich offensichtlich als Sackgasse heraus gestellt hat. Wer also auf Twists und Turns in einem Film nicht verzichten möchte, der kann bei The Perfection gleich mehrere von diesen genießen.

Wie bereits erwähnt, hatte uns The Perfection in mehreren Fällen überrascht. Dazu hatten nicht nur die unterschiedlichen Stilelemente beigetragen. Die Handlung an sich konnte uns durchaus überzeugen. Der Zuschauer bekommt auch hier unterschiedliche Handlungsstränge präsentiert, die sowohl in ihrer Einzigartigkeit als auch in ihrer Gesamtheit zu loben sind. Es werden Themen angesprochen, die tief in die Magengrube einschlagen, und ihren Gipfel am Ende des Films finden. So wird der Zuschauer, ähnlich wie unsere Protagonisten, gequält, gefoltert, angeekelt und hilflos zurück gelassen. Wer also auf einen „Feel-Good Movie“ gehofft hatte, ist hier fehl am Platz. Wir durchleben mit der Storyline verschiedene Elemente von menschlichen Abgründen, Beweggründen und purer Boshaftigkeit, die einen durchaus nachdenklich und geknickt zurücklassen.

Die Themen wie Leistungsdruck, Ehrgeiz, Perfektion und Talent sieht man mit Sicherheit nicht zum ersten Mal. Viele Filme, die sich mit Künstlern, wie mit Malern, Tänzern und Musikern befassen, haben ähnliche Faktoren untergebracht. Während wir bei diesen Filmen oft auf ein pures Drama treffen, welches untermalen versucht, wie hart diese Künstler wirklich arbeiten, schlägt The Perfection auch hier eine ganz andere Richtung ein. Hatte man vorerst die Auffassung man hätte es mit der klassischen Rivalität zu tun, wird einem dann doch bewusst, dass die eigentliche Thematik eine ganz andere ist. Zu stark wollen wir hier auf dieses Thema nicht eingehen. Das liegt einerseits daran, dass wir euch selbstverständlich nicht spoilern möchten. Andererseits ist diese Diskussion auch eine, die den Umfang dieser Kritik durchaus sprengen würde.

The Perfection ©Netflix

Es sei zumindest so viel gesagt: Wer zart besaitet ist, und hofft, dass sich dieser Thriller leicht verdauen lässt, sollte vielleicht etwas anderes anschauen. Denn im Endeffekt sind es die Mentoren, die großen Lehrer selbst, die Talente oftmals ausbeuten. Vielleicht schafft es der ein oder andere dadurch dazu, zu dem Besten der Besten zu werden. In The Perfection geht der Regisseur gar noch einen Schritt weiter und lässt hier eine Thematik einfließen, die mit Sicherheit nicht ganz so weit hergeholt ist, wie sie anfänglich erscheint. Trotz der Fiktion muss man sich als Zuschauer am Ende fragen, ob dies nicht gar einiges an Realität beinhaltet.

Bezüglich Technik und schauspielerischer Leistung haben wir kaum Grund zur Kritik gefunden. The Perfection ist durchaus hoch qualitativ produziert und setzt viele Stilelemente ein, die mit Bedacht genutzt werden. Unterschiedliche Handlungsstränge und die eingeflossenen Genres werden gekonnt in Szene gesetzt. Darüber hinaus werden diese Unterschiede mit ihrer differenzierten Machart weiter untermalt. Auch die schauspielerische Leistung ist durchaus lobenswert. Vor allem Allison Williams („Charlotte“) gilt hier zu erwähnen. Konnte sie uns schon in dem Thriller „Get Out“ überzeugen, hatte sie auch dieses Mal wieder ganze Arbeit geleistet. Auch die anderen Schauspieler hatten ihre Charaktere durchaus solide porträtiert.

Jedoch gab es natürlich einige Kritikpunkte, die es kurz zu erwähnen gilt. The Perfection ist trotz seines ungewöhnlichen Konzepts und seinen Überraschungen bei uns nicht ganz so gut angekommen. Das liegt nicht unbedingt an der Handlung an sich, sondern vielleicht auch teilweise an der persönlichen Meinung. Wir hatten das Gefühl, dass The Perfection am Ende dann doch etwas zu sehr abgedriftet ist. Waren wir anfangs noch durchaus zufrieden mit der Qualität und der Erzählung an sich, wurde diese doch am Ende sehr abstrus. Auch der Gipfel des Thrills war in unseren Augen ein Schritt zu viel. Das lag nicht unbedingt an der schwierigen Thematik. Jedoch gehen wir davon aus, dass man nach den vielen verschiedenen Thriller Elementen das nicht noch zusätzlich hätte einbringen müssen. The Perfection erweckte dadurch am Ende den Eindruck, dass der Film zu viel und zu krasse Momente einbauen wollte, um so stark wie möglich zu schockieren.

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Fazit der The Perfection Kritik

Wir waren nach The Perfection interessanterweise mehr als nur baff. Er hatte seine „Shocking Moments“ und konnte an einigen Stellen mit seinem ungewöhnlichen Konzept überzeugen. Jedoch ist nicht alles Gold was glänzt und der neueste Netflix Film erreicht bei unserer The Perfection Kritik daher robuste 3,5 von 5 Sterne.

The Perfection Trailer

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The Perfection Fakten:

Besetzung: Allison Williams, Logan Browning, Steven Weber etc.
Regisseur: Richard Shepard
Genre: Horror-Thriller
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2019
Länge: 90 Minuten
Network: Netflix

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Überblick der Rezensionen
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Juliane Klein
Direkt in die Popkultur hinein geboren, merkte Juliane bereits in ihren Kinderschuhen, dass Filme und Serien ein großes Hobby werden. Doch auch die Liebe zu Videospielen und Gaming wurde bereits in ihren Kindheit entfacht. Nach jahrelangem Konsum von verschiedensten verfilmten, animierten, geschriebenen und virtuellen Welten, möchte Juliane nun diese Leidenschaft an das World Wide Web weitergeben. Ihr Aufgabengebiet umfasst bei CitizenZ vor allem Filme und Games. Wer sich also schon immer gefragt hat, wer diese unzähligen Rom-Coms bei Netflix anschauen muss: das ist ihre Aufgabe. Dabei würde sie eigentlich am liebsten ein Fantasy Epos rezensieren und danach auf der PlayStation 4 ihren Emotionen freien Lauf lassen. By the way ist sie auch eine der Gründer von CitizenZ!

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