Chernobyl Kritik – Das neueste Meisterwerk von HBO?

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Chernobyl
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Chernobyl Kritik

Nachdem Game of Thrones offiziell bei HBO sein Finale hatte, bescherte uns das Network kurzerhand eine neue Miniserie. In unserer Chernobyl Kritik erfahrt ihr, warum sich das Reinschauen lohnt.

Chernobyl Handlung

Über die Handlung der Serie Chernobyl von HBO muss man wohl kaum ein Wort verlieren. Viele Menschen waren zu der Zeit der Katastrophe (1986) bereits auf der Welt. Falls nicht, so hatte man dennoch die ein oder andere Information zu der Nuklearkatastrophe erhaschen können. Die Serie steigt direkt in die Geschehnisse ein. So werden wir erstmal Zeuge, was im Kontrollraum des Chernobyl AKW vorgefallen ist, nur wenige Minuten bis zu der verheerenden Explosion des Reaktors Nummer 4. Man startet ohne große Vorwarnung in die Katastrophe, die sich dort ereignete. Es dauert nicht lange, bis die ersten Löschzüge aus der nahe gelegenen Stadt Prypyat anrücken und das in Flammen stehende Dach des betroffenen Reaktors zu löschen versuchen. Dass sich zu diesem Zeitpunkt bereits die Menschen in der Umgebung einer tödlichen Dosis Strahlung aussetzten, war vielen nicht bewusst oder wurde bewusst verdrängt.

© Sky UK Ltd/HBO

Auch die öffentlichen Stellen reagieren im Laufe der Serie mit Dringlichkeit auf das Problem und setzen sobald eine Komission aus verschiedenen Ministern und Wissenschaftlern zusammen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Das größte Augenmerk lag zu Beginn vor allem darauf, den noch offenen Reaktorblock abzudecken, das Graphit vom Dach in den Reaktorblock zu bringen und natürlich weitere Explosionen zu vermeiden. Um dies zu bewerkstelligen brauchte es Manneskraft, und die hatte man bekommen. Viele Arbeiter und Helfer waren an den Aufräumarbeiten und der Eindämmung der Katastrophe beteiligt. Dass viele von ihnen gestorben sind, an Krebs erkrankten und dass die Katastrophe auch heute noch ihre Auswirkungen in dem betroffenen Gebiet zeigt, wird ebenfalls thematisiert. So zeigt uns HBO’s Chernobyl in der Miniserie vor allem, was in der Zeit nach der Atomkatastrophe stattgefunden hat. Es zeigt die Arbeiter und Helfer, die ihr Leben riskierten und verloren. Es zeigt aber auch eine kritische Seite der Geschehnisse. Es zeigt menschliches Versagen und eine Politik, die sich vor allem in solchen Zeiten eher als hinderlich als wirkungsvoll erweist. Wir verfolgen alle Ereignisse, fast in akribisch detaillierter und wahrheitsgemäßer Form, bis zu dem Moment, an dem die Betreiber des AKW vor Gericht stehen.

© Sky UK Ltd/HBO

Chernobyl Kritik

HBO ist seit jeher ein Garant für gute und unterhaltsame Serien. Obwohl Chernobyl lediglich als Miniserie konzipiert wurde, sollte das keinen daran hindern, ihr eine Chance zu geben. Wir waren vor allem nach dem Loch, welches das Finale von Game of Thrones hinterlassen hatte, erleichtert eine neue Serie anzuschauen. Obwohl wir aufgrund der historischen Ereignisse bereits wussten, was die Serie behandeln wird, hatte dies der Spannung keinen Abriss getan.

Bereits in den ersten wenigen Minuten von Chernobyl wird dem Zuschauer bewusst, dass er oder sie hier ganz großes Kino zu Gesicht bekommt. Die Handlung ist stets an die wahren Begebenheiten angelehnt und kann dennoch schockieren, fesseln und dem Zuschauer den Atem rauben. Obwohl man nach Ende der ersten Episode das mulmige Gefühl hatte, dass eine schaurige Katastrophe in der Menschheitsgeschichte hier massentauglich ausgeschlachtet wird, wurde dieses Gefühl nicht bestätigt. Selbstverständlich wurde die nukleare Katastrophe, die sich vor nicht allzu langer Zeit im Herzen der damaligen UDSSR abgespielt hat, für eine TV Ausstrahlung aufbereitet. Jedoch hatten sich die Macher sichtlich Mühe gegeben, hier sowohl Respekt und Pietät den vielen Opfern entgegen zu bringen. Trotz leichter Abwandlungen, hatte man sich weitestgehend an die wahren Begebenheiten gehalten. Vom Anbeginn der Katastrophe bis hin zu der Gerichtsverhandlung mit den damaligen AKW Betreibern als Angeklagte, hatte man die Fakten und Informationen für sich sprechen lassen. Das gibt der Serie nicht nur einen Funken Historie, aus der man einiges zu dem Thema lernen kann. Darüber hinaus wird dadurch der Zuschauer regelrecht an seinen Stuhl gefesselt und wankt zwischen großer Angst und Unglauben.

© Sky UK Ltd/HBO

In Chernobyl lässt uns HBO über die Schultern von verschiedenen Akteuren blicken. Vor allem in Episode 1 werden wir so Augenzeuge nicht nur von der Katastrophe selbst, sondern auch von dem Leichtsinn und dem menschlichen Versagen, der hinter dieser Katastrophe stand. In den darauf folgenden Episoden werden uns vor allem 3 wichtige Akteure präsentiert. Zu diesen gehören der Chemiker Waleri Legassow, der gemeinsam mit Boris Schtscherbina als Mitglieder eines Untersuchungsausschusses nach Tschernobyl geschickt wird. Als nächste wichtige, jedoch fiktive Person, wird dem Zuschauer die Wissenschaftlerin Ulana Khomyuk präsentiert. Dieses Dreiergespann hat in der Serie mit Abstand eine der wichtigsten Aufgaben. Sie fungieren als Dreh- und Angelpunkt der Geschehnisse. Mit ihnen gemeinsam fiebert man den Ereignissen entgegen. Sie stellen dabei nicht nur mit hoher Präzision und Detailverliebtheit dar, wie es damals um die Katastrophe wirklich stand. Sie zeigen darüber hinaus noch den Konflikt zwischen Moral und Ideologie.

Vor allem die Ideologie der UDSSR und die politischen Hintergründe nehmen in Chernobyl eine massive Rolle ein und werden im Verlauf immer wichtiger. Den Höhepunkt dieser Thematik erlebt der Zuschauer vor allem im großen Finale, dass sich vorrangig im Gerichtssaal abspielt. Zwar sind hier vor allem die damaligen Chefs und Hauptverantwortlichen des AKW von Tschernobyl auf der Anklagebank. Jedoch wird hier weitaus mehr angeklagt als nur 3 einfache Männer. Man kritisiert den ewigen Kreislauf aus Ideologie, Lügen und Vertuschung. Man muss sich als außenstehender Zuschauer nicht nur einmal an den Kopf fassen. Wer den Mut besitzt, sich mit der Geschichte rund um die Katastrophe auseinanderzusetzen, der wird hier einen wichtigen Eindruck in eine Staatsmaschinerie bekommen, deren Prioritäten ernsthaft auf den Prüfstand gehören.

HBO hat mit Chernobyl womöglich bei vielen Zuschauern einen Nerv getroffen. Dabei geht sie filmisch sehr respektvoll mit den Ereignissen und vor allem mit den Opfern um. Zu bestaunen ist darüber hinaus auch die gewohnt hohe Qualität und ein gutes Gespür für die passenden Schauspieler. Diese gilt es hier in großen Tönen zu loben. Mal abgesehen von teilweise beängstigender Ähnlichkeit zu den wahren historischen Charakteren, konnten die Schauspieler ihre Rollen mit ausschweifender Authentizität darstellen.

Fazit der Chernobyl Kritik

Eine schmerzliche Katastrophe wird hier von HBO taktvoll präsentiert und veranschaulicht. Die schlimmen Ereignisse rund um das damalige AKW werden detailliert und authentisch dargestellt. Wir konnten uns von der Miniserie kaum losreißen und vergeben daher in unserer Chernobyl Kritik 4,5 von 5 Sterne.

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Chernobyl Trailer

Chernobyl Fakten

Besetzung: Jared Harris, Stellan Skarsgård, Jessie Buckley, Adam Nagaitis, Sam Troughton, Robert Emms, Emily Watson
Regisseur: Johan Renck
Genre: Drama
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2019
Länge: 60–72 Minuten
Network Sky/HBO

Chernobyl

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