Sea of Solitude Test

Seit dem 05. Juli steht uns das Single Player Game Sea of Solitude zur Verfügung. Erstmals auf der E3 2018 vorgestellt, bietet uns dieses Adventure Game eine einmalige Reise, die persönlicher nicht sein könnte.

Sea of Solitude © Electronic Arts GmbH

Sea of Solitude Handlung & Gameplay:

Sea of Solitude haben wir dem Entwicklerteam von Jo-Mei Games zu verdanken, die ihren Sitz in Deutschland haben. Basierend auf eigenen persönlichen Erfahrungen verzaubert uns das Spiel mit seinem ungewöhnlichen Konzept und vor allem mit seiner intimen Story.
Wir spielen die junge Kay, die sich in einer Welt voller Monster zurechtfinden muss. Dabei merken wir als Spieler ziemlich früh, dass wir selbst zu diesen Monstern gehören. Unsere Reise beginnt in einer schönen, sich ständig verändernden Stadt, die mal mehr und mal weniger überschwemmt erscheint. Die Stadt wird darüber von Licht und Dunkelheit bestimmt. Demnach müssen wir als Spieler eigentlich nur dem Licht folgen.

Doch das größte Abenteuer scheint nicht im Gameplay zu liegen. Die wahre Schönheit von Sea of Solitude offenbart sich im Story-Telling. Die Kreaturen, die uns auf unserer Suche nach dem Licht begegnen sind keine klassischen Gegner, wie wir sie aus unzähligen Games kennen. Jede einzelne von ihnen ist in eine sehr intime Erzählung eingebettet. Je mehr wir von ihnen kennenlernen, desto mehr erfahren wir auch von unserer Protagonistin Kay, die wir durch das Meer aus Einsamkeit steuern.

Sea of Solitude © Electronic Arts GmbH

Ein weiterer Punkt, an welchem wir erkennen, dass wir es hier mit keinem regulären Game zu tun haben, ist das simple, aber dennoch passende Gameplay. Wir haben keine lästige Menüführung oder einen Skill-Tree, mit dem wir uns hoch leveln müssen. Wir haben lediglich eine faszinierende Welt, in welcher wir uns fortbewegen. Hinzukommt die Fähigkeit, Lichtkugeln abzufeuern, die uns den weiteren Weg weisen. Außerdem können wir unsere Licht-Gefährtin, die uns auf der Reise des Öfteren begegnet, von der Dunkelheit befreien, indem wir die Finsternis in unseren Rucksack aufsaugen.

Neben dem eigentlichen Motiv, das Spiel und seine Welt mitsamt ihren einsamen Monstern zu erkunden, gibt es jedoch noch die ein oder andere Challenge. Wir müssen kleine Rätsel lösen, können Flaschenpost sammeln und Möwen verscheuchen. Zwar ist dies für die Hardcore Zocker unter uns keine gigantische Herausforderung. Dennoch erkunden wir dadurch auch die kleinsten Ecken und müssen ab und an unsere grauen Gehirnzellen anstrengen. Vor allem durch die Flaschenpost hat der Spieler die Möglichkeit noch tiefer in das Gefühlsleben unserer Protagonistin Kay einzutauchen. Kleine Sprüche und Gedanken werden uns hier präsentiert, die uns den Charakter näherbringen. Dadurch bekommen wir ein besseres Verständnis für Kay und ihre Welt, doch auch die Monster werden so auf eindrückliche Art beleuchtet.

Sea of Solitude Kritik:     

Die eindeutigen Stärken von Sea of Solitude stecken in der Geschichte, die es auf metaphorische Art und Weise in einem unschlagbaren Setting erzählt. Noch nie haben wir in einem Game eine derart persönliche und intime Story präsentiert bekommen. Dadurch schafft es das Spiel der deutschen Entwickler das Gameplay und das Zocken an sich zu einer Nebensache zu deklarieren. Mit Sicherheit steuern wir Kay auf ihrem Abenteuer durch die überschwemmte Stadt und vorbei an Monstern. Aber der wahre Kern des Spiels liegt in den Emotionen und der Geschichte, die uns hier dargestellt werden.

Sea of Solitude © Electronic Arts GmbH

Demnach kann man es Sea of Solitude auf jeden Fall verzeihen, dass es in Sachen Gameplay und Zockerspaß nicht die größte aller Herausforderungen parat hält. Die Rätsel, welche wir bereits zuvor angesprochen haben, hätte man ebenfalls etwas kniffliger gestalten können. Nichtsdestotrotz erscheint auch das eher als nebensächlich, denn Sea of Solitude ist eine ehrliche Reise in die Tiefen der menschlichen Seele und in die Einsamkeit. Hier schwierige Stellen und überkompliziertes Gameplay einzubauen, hätte vielleicht den Blick vom Wesentlichen abgelenkt.

Wie bereits erwähnt, liegt der große Fokus von Sea of Solitude auf der Erzählung. Diese ist nicht nur stark persönlich, man merkt als Spieler einen großen Einfluss der Entwickler des Games. Selten hat ein Spiel dermaßen Herzblut und Leidenschaft eines Entwicklers porträtiert und auch ehrlich rübergebracht. Wer bei einem Game nicht nur darauf achtet, wie das Gameplay aussieht, sondern als Spieler selbst eine ausgeklügelte und detaillierte Handlung möchte, der wird bei Sea of Solitude definitiv auf seine Kosten kommen.

Dazu müssen wir allerdings auch sagen, dass das Game mit Sicherheit keine leichte Kost darbietet. Wer selbst mit Einsamkeit und schwerwiegenden psychologischen Themen seine Erfahrung gemacht hat, wird sich wohl mit der Protagonistin oder mit dem ein oder anderen Monster identifizieren können. Selbst hartgesottene Spieler könnten so auch mental an ihre Grenzen stoßen und nur mit Schwierigkeiten die Erzählung verarbeiten können.

Sea of Solitude © Electronic Arts GmbH

Nichtsdestotrotz waren wir von der Verarbeitung solch großer psychologischer Fragen und Diskussionen beeindruckt. Man hatte nicht nur einmal während Sea of Solitude das Gefühl einer Therapie beizuwohnen. Hier gibt es von uns einen ganz klaren Pluspunkt für die Macher bei Jo-Mei Games, die es geschafft haben, ein einzigartiges Spiel zu entwickeln.

Trotz der beeindruckenden thematischen Einbettung gab es jedoch auch ein paar Kritikpunkte. Während das Spiel anhand des Gameplays mit Sicherheit keine große Herausforderung darstellt, sind auch in Sachen Technik und Graphik ein paar Aspekte zu erwähnen.

Beachtet man, dass es sich bei Sea of Solitude um kein Vollpreis-Titel handelt, so macht sich dies in seiner technischen Ausarbeitung definitiv bemerkbar. Trotz der imposanten und faszinierenden Schönheit der Spielewelt, wirkt sie doch nach kurzer Zeit recht monoton. Obwohl man sich große Mühe gegeben hatte, die Welt abzuwandeln und sie sich auch während dem Spiel immer mal wieder verändert, sah doch jede Ecke irgendwie gleich aus.

Sea of Solitude © Electronic Arts GmbH

Zwar war das Game einwandfrei und ohne technische Patzer zu spielen, aber sonderlich beeindruckend mag es für den ein oder anderen Gamer vielleicht nicht erscheinen. Wer sich in seinem Zockerleben eher den Triple-A Titeln widmet und somit große Erwartungen an ein Game besitzt, könnte von Sea of Solitude und seinem kargen Gameplay teilweise enttäuscht werden.

Fazit vom Sea of Solitude Test:                 

Obwohl Sea of Solitude nicht die größte Herausforderung an unsere Zocker Fähigkeiten stellte, waren wir doch positiv überrascht. Mit viel Liebe für Story-Telling und einer Leidenschaft für schwer verdauliche Themen, beeindruckte das Spiel von Jo-Mei Games mit einer sehr intimen Erzählung. Wir hätten uns dennoch an der ein oder anderen Stelle mehr Abwechslung gewünscht und vergeben daher 3 von 5 Sterne.

FAKTEN: Adventure Game / Deutschland / 2019 / Jo-Mei Games; Publisher: EA Originals / PC (Origin), PlayStation 4 & Xbox One (Digitaler Download)

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Überblick der Rezensionen
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Juliane Klein
Direkt in die Popkultur hinein geboren, merkte Juliane bereits in ihren Kinderschuhen, dass Filme und Serien ein großes Hobby werden. Doch auch die Liebe zu Videospielen und Gaming wurde bereits in ihren Kindheit entfacht. Nach jahrelangem Konsum von verschiedensten verfilmten, animierten, geschriebenen und virtuellen Welten, möchte Juliane nun diese Leidenschaft an das World Wide Web weitergeben. Ihr Aufgabengebiet umfasst bei CitizenZ vor allem Filme und Games. Wer sich also schon immer gefragt hat, wer diese unzähligen Rom-Coms bei Netflix anschauen muss: das ist ihre Aufgabe. Dabei würde sie eigentlich am liebsten ein Fantasy Epos rezensieren und danach auf der PlayStation 4 ihren Emotionen freien Lauf lassen. By the way ist sie auch eine der Gründer von CitizenZ!

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