Joker Kritik – Schluss mit lustig!

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Joker
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Joker Kritik

Mit Joker bringen uns Warner Bros. und DC eine Entstehungsgeschichte von Batmans wohl bekanntestem Widersacher. Doch Superhelden und witzige Anspielungen auf die Comic-Welt such man in Todd Phillips‘ Werk vergeblich. Joaquin Phoenix präsentiert eine Rolle der Figur, die den Zuschauer zum Nachdenken anregt. Ob dies alles in Allem einen runden Film ergibt erfahrt ihr in unserer Joker Kritik.

Inhaltsverzeichnis:


Joker Handlung

Arthur Fleck ist ein Sonderling wie er Buche steht. Er hat Ticks und Zwänge, wenig Selbstvertrauen und wohnt mit seiner Mutter in einem heruntergekommenen Apartment. Von dieser bekommt er solange er sich erinnern kann gesagt, er solle der Welt mit einem Lächeln begegnen. Dies versucht Arthur also auch in seinem Job als Miet-Clown umzusetzen.

JOAQUIN PHOENIX as Arthur Fleck in Warner Bros. Pictures, Village Roadshow Pictures and BRON Creative’s „JOKER“, a Warner Bros. Pictures release. © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Ausgestoßen von der Gesellschaft

Bei einem Auftrag als Sign-Spinner (quasi eine menschliche Werbetafel) wird Arthur das Werbeschild des Klienten gestohlen. Beim Versuch es zurückzuholen wird er von den Dieben in einer Gasse auf übelste Weiße zusammengeschlagen. Als sein Arbeitskollege Wind bekommt steckt er Arthur eine Waffe zu, um sich künftig verteidigen zu können.

Gekränkt von den Ereignissen des Tages flüchtet Arthur nach Hause zu seiner Mutter und schaut mit ihr seine liebste Talkshow mit Murray Franklin als Host. Er träumt sich in eine Welt, in der er bei Murray auf der Bühne stehen darf und von ihm gelobt, sogar einem Sohn gleichgesetzt wird. Es wird schnell klar, dass in Arthur bisherigem Leben ausschließlich Ablehnung und Ausgrenzung geherrscht hat.

JOAQUIN PHOENIX as Arthur Fleck in Warner Bros. Pictures, Village Roadshow Pictures and BRON Creative’s tragedy “JOKER,” a Warner Bros. Pictures release. © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Schluss mit Lustig

Kurze Zeit später wird Arthur, aufgrund seiner Ticks, erneut in eine Auseinandersetzung in einer U-Bahn verwickelt. Ohne große Vorankündigung kommt es zum Schusswechsel und er tötet 2 der Männer direkt. Mit dem dritten liefert er sich ein kurzes Katz- und Mausspiel, bevor er die restlichen Patronen seines Revolvers in ihm entlädt. Arthur empfindet, unter Umständen zum ersten Mal in seinem Leben, etwas anderes als Frust: Macht. Und Kontrolle

Da es bei den Geschehnissen Augenzeugen gab, schafft es der Fall relativ schnell in die örtlichen Nachrichten. Das eh schon zerrüttete Volk von Gotham ist aufgebracht und spaltet sich in zwei Lager. Während der als funktional dargestellt Teil der Gesellschaft um Thomas Wayne und die High Society von der Gewalttat schockiert ist, herrscht in der ärmlichen Unterschicht zunehmend Zustimmung für einen Mann, dem es einfach reicht und der sich nicht weiter alles gefallen lassen will.

JOAQUIN PHOENIX as Arthur Fleck in Warner Bros. Pictures, Village Roadshow Pictures and BRON Creative’s “JOKER,” a Warner Bros. Pictures release. © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved

Angetrieben von den Zusprüchen seiner Mitmenschen und dem Gefühl, endlich nicht mehr den Kürzeren zu ziehen begibt sich Arthur auf einen gefährlichen Pfad, der ihn langsam aber sicher an den Rande des Wahnsinns und darüber hinaus treibt.

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Joker Kritik

Todd Phillips schafft es mit Joker eine Version des bekannten Charakters zu bringen, die den aktuellen Zeitgeist wie den Nagel auf den Kopf trifft. Wo bisher als Ursache seiner Krankheit einfache Erklärungen wie ein Sturz in chemischen Abfall herhalten mussten präsentiert uns Phillips einen vom Leben gezeichneten Mann, der schwere psychische Schäden aus einer verkorksten Kindheit mit sich trägt.

Das Verhältnis zu seiner Mutter wird beleuchtet, die sich weigerte die schweren Phasen der Kindheit ihres Sohnes ernst zu nehmen. Wie geht es einem Kind, das innerlich schwere Schäden trägt aber stets von außen gesagt bekommt, es solle gute Miene zum bösen Spiel machen und dem es quasi nie gestattet wird, auch mal traurig zu sein? Wie schlägt sich ein Mensch mit dieser Vergangenheit in einer Gesellschaft, die Sonderlinge abstößt, anstatt ihnen zu helfen? Und was passiert, wenn eine solche Person dann wortwörtlich Blut leckt und das Verlangen in sich weckt, nicht länger der Fußabtreter seiner Mitmenschen zu sein?

Die Entwicklung des Charakters wird plausibel dargelegt, ohne zu viele Details über seine Kindheit oder seine exakte Diagnose zu verraten. Joker schafft darüber hinaus aber noch einen weiteren wichtigen Punkt, der ihn zu einem perfekten Film macht: Er verherrlicht die gezeigte Gewalt nicht. Phillips und Pheonix schaffen die schmale Gratwanderung eines Charakters, der zwar im Einzelnen nachvollziehbar präsentiert wird aber dessen Taten einfach als Geschehnisse wirken, ohne diese gutzuheißen.

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Fazit

Wie man Joker nun betrachten möchte: Als einfache Comic-Verfilmung über Batmans Gegenspieler, als Gesellschaftskritik an unserem System, in dem Andersartigkeit argwöhnisch betrachtet wird oder einfach als Werk über einen psychisch Kranken, der seinen Rachefeldzug gegen die Gesellschaft startet: Man kommt auf seine Kosten. Story, Kameraführung, Charakterentwicklung, Szenerie – einfach alles stimmt bei diesem Film und er bietet gute Unterhaltung bis zur letzten Minute. Darüber hinaus regt der gezeigte Stoff nachhaltig zum Nachdenken an. Das alles macht ihn zu einem perfekten Film und erhält somit von mir mit Recht die erste 5/5 Sterne Bewertung, die ich in diesem Jahr auf CitizenZ vergebe.

Joker Trailer

Joker Fakten

Joker Besetzung

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