PC & Konsole: Wie wichtig sind Videospiele?

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Die Entwicklung der Videospiele

Gerade erst am 08. Juli konnten wir den Tag der Videospiele feiern. Und nicht nur, weil wir aufgrund unseres Hobbies PC, PlayStation, Xbox, Nintendo und sonstige Videospiele kaum noch aus unserem Leben streichen können, sondern auch weil wir mit dieser Leidenschaft nicht allein sind, möchten wir uns hier diesem Thema ein wenig näher widmen.

Bereits seit Jahrzehnten wird die technische Entwicklung nicht nur dazu genutzt, das Leben der Menschen zu vereinfachen und komfortabler zu gestalten. Schon seit Anbeginn wurde auch der Spaß damit nicht vernachlässigt. Das führte zu den ersten großen Meilensteinen der Zockergeschichte, die man mitunter als Pong, Space Invaders oder Pac-Man kennt. So lockte uns die Spieletechnik bereits zum Beginn der 70er Jahre in die Arcade-Hallen dieser Welt. Im gleichen Jahrzehnt konnte uns dann Atari mit seinen ersten Spielekonsolen für Zuhause beglücken.

Seitdem sind viele Jahrzehnte vergangen, aber der Spaß und die Freude, die uns Videospiele in die heimischen Zockertempel bringen, sind bis heute ungebrochen. Kaum ein Kind in unserer kommerzialisierten Gesellschaft wächst ohne sie auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass Videospiele nur Kinderherzen höher schlagen lassen. Ganz im Gegenteil erfreut sich der Videospiele-Markt auch an der Kaufkraft der älteren Generationen.

Pong und The Last of US part 2
Atari Pong Quelle: Wikipedia/Atari ; The Last of Us Part 2 ©Sony Interactive Entertainment Europe Limited

Wo stehen wir heute?

Es ist schon erstaunlich, wenn man die Entwicklung dieser Technik näher beleuchtet. In nur vergleichsweise wenigen Jahrzehnten ist von der abendlichen Session in der Arcade-Halle ein gestandener Wirtschaftszweig entstanden, der nicht nur Milliarden an Dollars, sondern auch Millionen an Jobs bereithält. Das sieht man vor allem auch an den Akteuren, die heutzutage an einem Videospiel, sei es für den PC oder für eine Konsole, mitwirken. Die ausgereifte und komplexe Technik der aktuellen Videospiele ist kaum noch nur von einem einzigen kleinen Entwicklerteam zu stemmen. An verschiedenen Bereichen, von den ersten Entwürfen bis hin zum Vertrieb, sind riesige Teams beteiligt, die sich oft sogar über verschiedene Firmen hinweg erstrecken.

Doch während PC-Gamer oft den Vorteil haben, „nur“ einzelne Komponenten ihres Towers austauschen zu müssen, müssen PlayStation-, Xbox- und Nintendo-Fans alle paar Jahre mal wieder die neueste Konsolengeneration anschaffen, um in den Genuss der aktuellsten Videospiele zu kommen. Das ist allerdings nicht nur eine Frage der Begierde, sondern oft auch eine finanzielle. Gönnt man sich als PC-Gamer das ein oder andere Mal eine neue Graphik-Karte oder mal eine schnelle SSD, so müssen Konsolen-Fans oft ein wenig tiefer in die Tasche greifen. Zwar ist die Frage noch nicht geklärt, wie viel wir dieses Jahr für die PlayStation 5 oder die Xbox Series X locker machen müssen. Aber der Preis wird sicherlich nicht unter 300 € liegen.

Wann genau wir erfahren werden, was die Next-Gen Konsolen kosten, steht bislang noch nicht fest. Hier halten sich Sony und Microsoft noch ein wenig bedeckt, was allerdings eher aufgrund ihres Wettbewerbs untereinander geschieht, und nicht unbedingt darauf abzielt die eigenen Fans zu ärgern.

PlayStation 5 und Xbox Series X
Playstation 5 ©Sony Interactive Entertainment Europe Limited ;  Xbox Series X ©Microsoft 

Doch nicht nur die neuesten Konsolengenerationen sind wichtige und aktuelle Themen in der Videospiel-Branche. Auch interessante und bereits existierende Technik in Richtung Virtual und Augmented Reality nimmt immer mehr Platz auf der Gaming-Bühne ein. Haben wir bereits das ein oder andere Spiel mit VR Brillen spielen können, so wird uns diese Art des Gamings in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr beschäftigen. Spätestens dann, wenn die nötige Peripherie erschwinglicher wird, könnte das ein Umdenken in der Gaming-Branche anregen. Dieser Trend lässt sich auch im Absatzmarkt entdecken. So verzeichnet idealo beispielsweise eine Steigerung von 50% bei der Nachfrage von VR-Spielen und -Peripherie (im Zeitraum von 2016 bis 2018). Im Jahr 2019 fiel dieser Trend zwar um knapp 5% wieder ab, konnte sich jedoch nun in der ersten Jahreshälfte von 2020 wieder stabilisieren.

Nachfrage nach Videospielen

Schaut man sich die Entwicklung der Nachfrage von Videospielen an, so kann man auch hier den stetig wachsenden Trend verfolgen. Laut idealo ist einer der großen Gewinner vor allem Sonys PlayStation Konsole. Zwischen 2016 und 2018 stieg die Nachfrage von PS4-Spielen konstant an und sie zählten somit zu den Favoriten der idealo-Nutzer. Die Frage bleibt hier jedoch, wie lange sich die PlayStation noch auf diesem ersten Platz halten kann. Seit der Einführung der Nintendo Switch im Jahr 2017 wuchs die Nachfrage nach Switch-Spielen rasant an. So konnten sich die Videospiele für die Switch erstmalig im ersten Halbjahr 2020 behaupten und genossen hier eine größere Nachfrage bei idealo-Nutzern als die PS4-Spiele.

Während die Konsolen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuen, hinkt die Nachfrage von PC-Spielen diesem Trend leider hinterher. Das mag einerseits vielleicht an verschiedenen Abo-Möglichkeiten liegen, die den Kauf einer physischen Spiele-Disk obsolet machen. Sei es die wachsende User-Zahl von Steam, dem Epic Game Store oder immer mehr Abonnenten bei Google Stadia. Die sinkende Nachfrage beim Kauf von PC-Spielen konnte auch bei der Analyse von idealo ersichtlich gemacht werden. Seit 2016 kann man den jährlichen Rückgang der Nachfrage von PC-Spielen im zweistelligen Prozent-Bereich verfolgen. Dies wird vor allem im Vergleich mit Konsolen-Spielen deutlich, die im Jahr 2016 rund 76% mehr Nachfrage als PC-Spiele hatten und im ersten Halbjahr 2020 bereits 90% mehr Nachfrage verbuchen konnten.

Vor allem im saisonalen Vergleich erkennt man deutlich, wann Videospiele und Konsolen am meisten gefragt sind. Selbstverständlich bietet eine globale Pandemie eine beachtliche wirtschaftliche Basis, der Trend zeigt jedoch, dass das Gaming-Geschäft vor allem in der sogenannten „Holiday Season“ boomt. Darunter versteht man die Vorweihnachtszeit, die nicht nur mit gigantischen Angeboten lockt, sondern auch bei den Konsolen-Herstellern als wichtigste Zeit des Jahres gilt. Kein Wunder also, dass wir die Next-Gen Konsolen dieses Jahr passend zum Weihnachtsgeschäft im Handel finden werden. Höchstwahrscheinlich werden sie wohl rechtzeitig für den „Black Friday“-Wahnsinn bereitstehen. Laut einer Analyse von idealo kann man dies auch bei der allgemeinen Nachfrage der Nutzer und Kunden ablesen. So gab es im November 2019 eine um 78% höhere Nachfrage nach Videospielen und Konsolen als im Monat davor. In der folgenden Graphik sind auch die Auswirkungen des Corona-Lockdowns ersichtlich.

idealo Grafik
©idealo

Wer im Wirtschaftsunterricht aufgepasst hat, der weiß, dass Angebot, Nachfrage und Preis stets miteinander korrelieren. Doch auch die stetig komplexer und effizienter werdende Technik mag einen Effekt auf die Preisentwicklung von Videospielen haben. Gerade erst gab es zu diesem Thema einen wichtigen Akteur in der Gaming-Sparte, der sich dazu äußerte. Nachdem bekannt wurde, dass NBA 2K21 für die PlayStation 5 und Xbox Series X ganze 69,99 Dollar, anstatt wie aktuell üblich 59,99 Dollar kosten wird, gab es hitzige Debatten über die Preisentwicklung der Videospiele. Man spekuliert bereits jetzt, dass man in Zukunft etwas tiefer in die Tasche greifen muss, um ein Spiel für die neue Konsolengeneration ergattern zu können. Cory Barlog, Chefentwickler des aktuellsten God of War schrieb dazu auf Twitter, dass Games teurer werden müssen, was vielleicht so auch dem Trend von Mikrotransaktionen entgegen wirken könnte.

Games need to go up in price. I prefer an initial increase in price to the always on cash grab microtransaction filled hellscape that some games have become.

Twitter: @corybalrog

Wie wichtig sind Videospiele?

Ganz klar: enorm wichtig! Und dafür sprechen nicht nur unsere ganz individuellen Interessen, sondern auch die Wirtschaft hat diesen Trend entdeckt und fördert ihn. Vor allem während der aktuellen Corona-Pandemie gilt es, neue Möglichkeiten für die Freizeit zu entdecken, die auch daheim stattfinden können. Kein Wunder also, dass in den letzten Monaten die Nachfrage und die Relevanz von Videospielen gestiegen ist.

Laut einem Bericht der ARD ist der Gaming Markt größer als je zuvor. Ganze 150 Milliarden Dollar soll er jährlich umsetzen, und die Tendenz sieht keinen Rückgang. Somit sind Videospiele nicht mehr nur reines Hobby des einzelnen PC- oder Konsolen-Freunds, sondern ein riesiger Wirtschaftszweig, der die Wichtigkeit der Videospiele seit ihrer Entwicklung vor ein paar Jahrzehnten unterstreicht.

Quelle: ARD, idealo, PlayStation, Twitter, Xbox