Der junge Wallander Kritik – Schwedischer Krimi mit bekannter Romanfigur

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Der junge Wallander Kritik

Ab dem 03. September bringt uns Netflix den schwedischen Ermittler Wallander auf die heimischen Bildschirme. Warum wir von der schwedischen Krimiserie ziemlich angetan waren, erfahrt ihr hier in unserer Der junge Wallander Kritik.

Inhaltsverzeichnis:


Der junge Wallander Handlung:

Kurt Wallander ist noch ein sehr junger und engagierter Polizist. In der Nähe von Malmö lebt er allein und zurückgezogen in einem sozial benachteiligten Viertel. Gerade dort, wo er zuhause ist, weiß keiner seiner Nachbarn, was er beruflich macht. In diesem Viertel herrschen oft andere Gesetze, die vielleicht die Präsenz eines Polizisten nicht immer gutheißen. 

Eines Nachts ereignet sich gerade in Wallanders Viertel ein Hassverbrechen. Ein junger Schwede wird an einen Zaun gekettet und mit einer Granate in die Luft gesprengt. Den einzigen Hinweis, den die Ermittler erhalten kommt von Kurt Wallander, der Augenzeuge dieser Tat war und einen Mann in schwarzer Kleidung als Verdächtigen angibt.

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Kritik: Eine Origin-Story für Kurt Wallander

Kurt Wallander ist bereits seit geraumer Zeit tief in den Köpfen von Krimifans. Im Jahr 1991 erschien die Ermittlerfigur erstmals im Roman “Mörder ohne Gesicht” von Henning Mankell. Seitdem wurde die Figur durch weitere Krimiromane, verschiedene Filme und gar Serien wiederbelebt. Wenn man diese miteinander vergleicht, so wird deutlich, dass es zwar einige Parallelen aber auch interessante Unterschiede zu der nun produzierten Netflix Serie gibt. Zu verdanken haben wir sie Ben Harris, der nun eine sehr frische und junge Version des schwedischen Ermittlers präsentiert. Dabei bleibt er zwar den verschiedenen Charakterzügen treu, jedoch zeigt sich somit auch eine gewisse Naivität in Kurt Wallander. Gerade diese Unterschiede heben die Serie von ihren zig Vorlagen ab. Vielleicht schafft sie es sogar den ein oder anderen Krimifan von sich zu überzeugen. Bei uns hatte dies zumindest geklappt.

Der junge Wallander
© Johan Paulin / Netflix

Die Netflix Serie fühlt sich fast schon an wie eine kleine Origin-Story des Ermittlers Wallander. Nichtsdestotrotz steigt sie dennoch direkt in das Geschehen ein und kann uns ab der ersten Minuten fesseln. So schnell ließ uns die Serie auch nicht mehr los. Einerseits natürlich weil der Kriminalfall und die dazugehörigen Ermittlungen sehr spannend erzählt werden. Andererseits aber auch, da vor allem der Charakter selbst durch seine Echtheit viel Sympathie einheimsen kann.

Die zeitgenössische Einbettung

Durch ihre Thematik, die tief in die Flüchtlingsproblematik von Schweden eintaucht, passt die Serie optimal in das aktuelle Zeitgeschehen. Dabei wahrt Der junge Wallander stets eine gewisse Neutralität. Zwar sind verschiedene Lager und verschiedene Meinungen durch die unterschiedlichen Akteure der Handlung vertreten. Dabei maßt es sich die Krimiserie keineswegs an, ein Urteil zu sprechen. Darüber hinaus ist zwar die Serie in Schweden beheimatet. Das ändert jedoch nichts daran, dass die porträtierten Diskussionen auch auf andere Länder und in andere Settings übertragen werden kann. Der junge Wallander schafft es eine spannende und packende Kriminalgeschichte auf einen Hintergrund zu betten, der ihr zusätzlich viele reale Facetten liefert.

Wir lieben den geradlinigen Look der schwedischen Krimis

Wie wir es von schwedischen Werken kennen und lieben, wird auch diese Krimiserie nicht großartig ausgeschmückt. Wir haben keine überzeichneten Charaktere, keine hollywood-lastige Settings und auch keine Schnörkel, die den Blick auf das Wesentliche der Geschichte trüben könnten. So trägt dieser cleane Look zu der Authentizität von Der junge Wallander bei und bleibt somit der Realität treu. In Hinblick auf diesen markanten Kriminalfall, der als Aufhänger dient, wird der Zuschauer somit auf andere Dinge hingewiesen, die wichtig erscheinen. 

Einer dieser wichtigen Faktoren sind die Schauspieler, die ihre Arbeit solide abliefern. Der junge Wallander selbst, basiert er doch auf einer berühmten Romanfigur, wird so als ein junger engagierter Polizist dargestellt. Das nimmt ihm ein bisschen seinen Hype aber gibt dem Zuschauer gleichzeitig eine reale Person, mit der man sich identifizieren könnte.

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Fazit

Wir lieben Krimis, das müssen wir uns schon eingestehen. Wenn sich diese dann noch auf das Wichtigste fokussieren und dabei relativ clean bleiben, sind wir erst recht begeistert. In unserer Der junge Wallander Kritik erreicht die Serie daher 4 von 5 Sterne.

Der junge Wallander Trailer:

Der junge Wallander Fakten:

Release03.09.2020
GenreKrimi
ProduktionslandSchweden
Episoden6
Länge41-52 Minuten
NetworkNetflix
BesetzungAdam Pålsson
Richard Dillane
Leanne Best
Ellise Chappell