Spuk in Bly Manor Kritik – Weitaus subtiler als Hill House

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Spuk in Bly Manor Kritik

Der Spooctober nimmt seine vollen Züge an. Und wie kann man diesen gruseligen Monat besser verbringen als mit der ein oder anderen Geistergeschichte? Umso besser, dass nun seit letztem Freitag endlich eine neue Staffel zu einer Horror Anthologie Serie bei Netflix erschienen ist. Wie wir diese neuen Episoden fanden, und inwiefern man sie überhaupt mit ihrem Vorgänger Spuk in Hill House vergleichen kann, erfahrt ihr hier in unserer Spuk in Bly Manor Kritik.

Inhaltsverzeichnis:


Spuk in Bly Manor Handlung:

Mike Flanagan, der Schöpfer der Serie, bleibt sich selbst treu und adaptiert für Netflix den nächsten Gruselroman. Dabei nutzt er nicht nur die Geschichte “Das Durchdrehen der Schraube” von Henry James aus dem Jahre 1898, sondern nutzt ganz viele seiner Werke und verpackt sie in diese Geistergeschichte rund um das Bly Anwesen. Wir folgen einer jungen Frau, die selbst ihrem Leben entfliehen möchte und sich aufgrund dessen als Au-Pair bei der Wingrave Familie bewirbt. Die zwei Kinder dieser Familie sind urplötzlich zu Waisen geworden und leben auf dem Anwesen ihrer Eltern, gemeinsam mit einer Haushälterin, sowie dem Koch und der Gärtnerin, die gelegentlich vorbeischauen.

Als das junge Au-Pair (Danielle Clayton genannt) dort ihre Arbeit beginnt, so beginnen auch die schaurigen Begebenheiten in diesem Haus. Zu viel von der Geschichte wollen wir euch selbstverständlich nicht verraten. Für Gruselfans lohnt es sich aber dennoch der Geschichte eine Chance zu geben. 

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Spuk in Bly Manor Kritik:

Wir sind große Fans von Anthologie-Serien. Einerseits da sie aufgrund ihrer vertrauten Atmosphäre und ihrem Erzählstil neue Geschichten auf gewohnte und, in diesem Fall zumindest, geliebte Art präsentieren. Andererseits nehmen sie uns allerdings auch die oft unrealistischen Erwartungen, die wir an eine Fortsetzung haben. Bei Spuk in Bly Manor war dies nicht anders. Obwohl uns das Setting eines großen antiken Anwesen auf dem Land sehr vertraut vorkam, sowie die unterschiedlichen Schauspieler, so war doch die Geschichte, die uns erzählt wurde gänzlich anders. Wir würden fast behaupten, dass gar das Genre sich weiterentwickeln durfte. So müssen allerdings die Horrorfans unter den Zuschauern sich von dem Gedanken verabschieden, bei Spuk in Bly Manor den nächsten Schocker präsentiert zu bekommen. Bly Manor ist weitaus subtiler, viel eleganter und dadurch auch weniger schockierend als es Spuk in Hill House war.

Spuk in Bly Manor AMELIE BAE SMITH als FLORA in THE HAUNTING OF BLY MANOR
Spuk in Bly Manor AMELIE BAE SMITH als FLORA in THE HAUNTING OF BLY MANOR. Cr. EIKE SCHROTER/NETFLIX © 2020

Das mag vielleicht den ein oder anderen Zuschauer enttäuschen, der viele Episoden warten musste, um mal so richtig zu erschrecken. Andererseits kann Spuk in Bly Manor so vielleicht auch das Publikum ansprechen, welches sich gerne gruselt, aber die sogenannten “Jump-Scares” nicht unbedingt benötigt. Wir sind in dieser Hinsicht zwiegespalten. Wir sind keine großen Horrorfans, aber wir lieben es uns zu gruseln, und verschlingen demnach auch gerne mal die ein oder andere literarische Geistergeschichte. Das mag sich vielleicht widersprüchlich anhören, aber diese moderne Form des Horrors, der um die nächste dunkle Ecke darauf wartet dich bis auf das Mark zu erschrecken, war nie unser Stil. Dennoch waren wir begeistert von Hill House, trotz der unzähligen “Jump-Scares”. Bly Manor wiederum setzt sich von diesem Genre ab. Die Serie schockt nicht, aber sie schenkt dir eine angemessenen Portion Grusel. Ganz im Sinne eines guten antiken Gruselromans bleibt die Serie ihrem Stil treu und wird somit auch von uns weiterhin in den höchsten Tönen gelobt.

Wie bereits erwähnt, entwickelt Spuk in Bly Manor seine schockierenden Momenten erst spät. Soweit wir uns erinnern, mussten wir gar ein paar Episoden warten bis uns das erste Mal das Herz in die Hose rutschte. In unseren Augen ist dies jedoch kaum ein Grund für Kritik. Wir erwarten von einer Gruselserie die auf literarischen Werken des 19. Jahrhunderts basiert auch keine Schockmomente. Doch manch Zuschauer mag so vielleicht ankreiden, dass die Erzählung selbst viel Geduld erfordert, bis sie wirklich Fahrt aufnimmt. So erwischten auch wir uns dabei, wie wir uns bei Episode 3 gefragt hatten, welche Absicht Spuk in Bly Manor eigentlich verfolgt. Doch genau hier sehen wir eine große Stärke der Netflix Serie. Trotz dieser Fragen und trotz der Zeit die wir mit dieser Serie verbrachten, wurden wir nicht ungeduldig. Ganz im Gegenteil zog die Geschichte uns, ähnlich wie ein gutes Buch, in ihren Bann und zog uns immer tiefer in ihre Details und Abgründe hinein.

Spuk in Bly Manor (L zu R) AMELIE SMITH als FLORA in THE HAUNTING OF BLY MANOR Cr. EIKE SCHROTER/NETFLIX © 2020
Spuk in Bly Manor Cr. EIKE SCHROTER/NETFLIX © 2020

Wie oben erwähnt sehen wir bei Spuk in Bly Manor viele der bekannten Schauspieler aus Spuk in Hill House wieder. Dieses Phänomen nutzen viele Anthologie-Serien. Das kann zum Einen natürlich gewisse Nachteile mit sich ziehen, wenn die Schauspieler uns nicht überzeugen können. Bei Bly Manor, wie auch bei Hill House sehen wir die Sache ein wenig differenzierter. Wir waren und sind auch weiterhin von den einzelnen Schauspielern und ihrem Talent überzeugt. Lediglich die Kinder hatten ein wenig Zeit benötigt um uns zu überzeugen. Schlussendlich waren es jedoch einzelne Szenen, die uns im Nachhinein aber ihr Talent näherbringen konnte.

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Fazit:

Die neueste Installation der Gruselserie fühlt sich im Vergleich zu Hill House doch sehr vertraut an. Dennoch kann man sie getrost auch losgelöst von ihrem Vorgänger betrachten und zeigt einem eine andere Art des Horrors. Obwohl uns Spuk in Bly Manor nicht ganz so geschockt und gegruselt zurückließ, so waren wir dennoch begeistert. In unserer Spuk in Bly Manor Kritik vergeben wir daher 4 von 5 Sterne.

Spuk in Bly Manor Trailer:

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Spuk in Bly Manor Fakten:

Release09.10.2020
GenreDrama, Horror
ProduktionslandUSA
Episoden9
Länge46-66 Minuten
NetworkNetflix
BesetzungVictoria Pedretti
Oliver Jackson-Cohen
Amelia Eve
T’Nia Miller
Rahul Kohli